Seit 2012 sollte das Becken benutzbar sein, wegen Baumängel gab es aber einen Baustopp. - © Rösner
Seit 2012 sollte das Becken benutzbar sein, wegen Baumängel gab es aber einen Baustopp. - © Rösner

Wien. (rös) Wenn jedes Wort in die Waagschale gelegt wird, können schnell Missverständnisse entstehen: "Dass das Stadthallenbad abgerissen wird, stimmt nicht", betont man bei der zuständigen Wien-Holding." "Das ist absoluter Blödsinn, es kann gar nicht abgerissen werden, schließlich steht es ja unter Denkmalschutz", erklärt sogar ÖVP-Mandatarin Isabella Leeb, die bereits seit Monaten die Machenschaften rund um das Bad kritisiert.

Grund für die Aufregung dürfte ein Nebensatz von "höchster Stelle" gegenüber einem Journalisten gewesen sein, in dem lapidar etwas über "Bude abreißen, falls da bis zur Nationalratswahl nichts weitergeht", gesagt worden sein soll. "Tatsache ist, dass die Beweissicherung etwa im Bereich der Statik bereits abgeschlossen ist, auch zwei Becken wurden bereits neu verschweißt", betont man bei der Wien-Holding. Auch die erste Befüllung der Becken sei erfolgreich verlaufen. Wann allerdings nun konkret die Wiedereröffnung stattfindet, könne man "seriöserweise" noch nicht sagen.

Sieben Kilometer schweißen


Im Mittelpunkt der Prüfung steht laut Wien-Holding nach wie vor die Dichtheit der Becken. Sämtliche Schweißnähte werden mit
endoskopischen Spezialgeräten durch den TÜV kontrolliert und schadhafte Stellen sofort dokumentiert, hieß es. Gleich danach verschweiße der zuständige Bäderbauer die Nähte neu. Jede neu geschweißte Stelle wird dann laut Holding nochmals vom TÜV sofort überprüft. "Sieben Kilometer Feinschweißen dauert seine Zeit", gibt ein Sprecher von der Wien-Holding zu bedenken. Und die Dichtheitsprüfungen würden mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Ausständig sei noch der Befund zur Bäderhygiene. Der vom Gericht bestellte Gutachter habe die Arbeiten dazu abgeschlossen, es fehle aber noch das Ergebnis. In Sachen Tragsicherheit und Statik sei bereits alles fertig. Der entsprechende Befund zeige, dass das Stadthallenbad diesbezüglich in Ordnung sei, wurde versichert.

"Faktum ist, dass das denkmalgeschützte Stadthallenbad wiedereröffnet wird", erklärte der Sprecher. Das Eröffnungsdatum hänge vor allem vom Fortschritt der zeitaufwendigen Arbeiten bei der Beckendichtheit ab. Um das Bad möglichst rasch wieder zur Verfügung zu stellen, wird laut Holding auch eine etappenweise Eröffnung geprüft - im ersten Schritt für Sportler und dann im zweiten für die Allgemeinheit.