Die Strandflächen sollen künftig auch im Winter - etwa zum Eislaufen - genutzt werden. - © Vasari
Die Strandflächen sollen künftig auch im Winter - etwa zum Eislaufen - genutzt werden. - © Vasari

Wien. Bernhard Engleder, Leiter der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau), ist seit 2004 der Koordinator des Donaukanals - und hat mit der "Wiener Zeitung" über die Zukunft der Flaniermeile gesprochen. Die Natur soll sich laut Plan wieder ihren Weg bahnen können. An manchen Stellen wird kein Gras mehr gemäht.

"Wiener Zeitung": Welche Projekte sind am Donaukanal geplant? Wo liegen die Schwerpunkte?

Bernhard Engleder: Zwei größere Projekte sind derzeit in Vorbereitung. Zum einen sollen in den nächsten ein, zwei Jahren bei der Salztorbrücke am Ersten-Bezirk-Ufer Einrichtungen für die Allgemeinheit entstehen. Zum Beispiel ein Kinderspielplatz oder ein Ballkäfig sowie Maßnahmen für die Barrierefreiheit, etwa ein Lift. Wir sind derzeit am Verhandeln mit einem privaten Investor, deswegen kann ich noch nichts Genaueres sagen. Bei dem zweiten Projekt für den Bereich zwischen Schweden- und Marienbrücke werden wir einen Investorenwettbewerb abhalten. Die Vorgaben unserseits sind sehr vage, damit der Kreativität beim Wettbewerb keine Grenzen gesetzt sind. Die Kaimauern darf das Projekt aber nicht überragen.

In der Studie "Wohlfühloase Donaukanal" der Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer wurden Menschen, die den Donaukanal regelmäßig nutzen, gefragt, was sie sich für den Kanal wünschen würden. Ein Wunsch waren mehr Grünflächen. Wird das umgesetzt?

Am Ufer des zweiten Bezirks, flussabwärts der Franzensbrücke, wird etwa an bestimmten Örtlichkeiten kein Gras gemäht. Wir wollen hier feststellen, welche Flora und Fauna dort ortsgebunden sind beziehungsweise welche dort natürlich wachsen. Diese ökologischen Zonen gibt es auch im Bereich der Friedensbrücke auf der Seite des neunten Bezirks. In einer Stadt ist das ein schönes Experiment. Und es kostet auch nichts, das muss man auch sagen.

Ein anderer Wunsch war ein verbesserter Zugang zum Wasser.

Unterhalb der Franzensbrücke gibt es einen Abschnitt mit zwei Wegen, ein Weg, der etwas weiter vom Ufer weg ist, zum Radfahren und einen am Wasser. Dort gibt es auch Buchten, wo das Wasser langsamer fließt und fast zum Stehen kommt. Dort kann man dann die Füße ins Wasser hängen. Das soll ausgebaut werden.