Vor ein paar Jahren wurden am Donaukanal Fairnesszonen eingeführt. Wie kommen die Zonen bei den Benützern an?

Die Fairnesszonen wurden eingeführt, um Radfahrer und Fußgänger darauf aufmerksam zu machen, dass gegenseitige Rücksichtnahme Vorrang hat. Bei der Resonanz der Beteiligten gibt es zwei Gruppen. Die überwiegende Mehrheit findet es gut, dass hier Anstöße gegeben werden. Die anderen wollen fahren, wie sie wollen oder sind überhaupt gegen Radfahrer am Donaukanal. Das sind aber Minderheiten.

Welche Akteure sind an Umgestaltungsmaßnahmen beteiligt?

Es sind mehr als zehn Magistrate beteiligt. Der Hauptdominator ist der Bund, da es eine internationale Wasserstraße ist. Das Wasser gehört dem Bund. Dann haben wir noch das ehemalige Strombauamt, die Via-Donau, als ausgegliederte Dienststelle, die gemeinsam mit der Stadt und dem Land Niederösterreich die Uferbereiche verwaltet. Auch die angrenzenden Bezirke sind miteingebunden. Über größere Projekte muss Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin für Stadtentwicklung Maria Vassilakou die Entscheidungen treffen. Außerhalb des Kaimauernbereiches finanzieren zwei Drittel der Bund und ein Drittel Stadt Wien, innerhalb der Kaimauern ist es umgekehrt. Es ist ein großer Koordinierungsaufwand, aber im Großen und Ganzen funktioniert es.

Wie achtet man auf die Durchmischung des Angebots?

Die Donaukanalkoordination und die Vizebürgermeisterin müssen darauf schauen, dass keine Monokulturen entstehen. Einzelne Standeln werden nicht vergeben. Es muss immer im Rahmen einer ganzheitlichen Nutzung sein. Im Wesentlichen wird das Angebot immer von der Gastronomie getragen sein. Wir achten aber auch darauf, dass es genug Bereiche gibt, wo kein Konsumzwang vorherrscht. Da kann man auf einem Bankerl sitzen und seine eigene Jause essen.

Sollen in näherer Zukunft neben Flex, Badeschiff oder Motto am Fluss auch andere Betriebe am Kanal ganzjährig offen haben?

Die eine oder andere Sache täte dem Kanal auch im Winter gut. Wir sind dabei, die Betreiber dazu zu motivieren. Dort, wo im Sommer die Sandbereiche sind, wären etwa Eisflächen zum Eislaufen oder Eisstockschießen ideal. Nicht gut finden würde ich hingegen, wenn wir im ganzen Winter Punschhütten hätten. Das wären dann wohl Tranklerhütten.

Sind weitere Überquerungsmöglichkeiten geplant?

Nur im Zuge von Stadtentwicklungsprojekten wie Erdberg wird es solche geben.

Gibt es Überlegungen, den Donaukanal als Badewasser zu nutzen?

Schwimmen können Sie bereits jetzt. Es ist nicht verboten. Die Wasserqualität liegt bei zwei bis drei. Das ist nicht so schlecht. Für Badeplätze ist der Kanal aber nur eingeschränkt nutzbar.