Wien. (sand) Der Nebel um die Zukunft des Otto-Wagner-Areals beginnt sich zu lichten. Bis Oktober will eine von der Stadt eingesetzte Expertenkommission einen endgültigen Bebauungsvorschlag für das Gelände in Penzing vorlegen. Ihr Zwischenbericht: elf potenzielle Bauflächen, zu je 500 Quadratmeter. Sie alle befinden sich im Osten der Steinhof-Gründe und sollen flexibel genützt werden können, ob als Wohnungen, Büros oder Kindergärten, erklärt Architekt Adolf Krischanitz, Vorsitzender der Kommission.

Die Bebauung des Areals sorgte in der Vergangenheit für viel Aufregung. Im Rahmen der Wiener Spitalsreform sollen alle medizinischen Abteilungen des denkmalgeschützten Otto Wagner Spitals bis 2024 abgesiedelt werden. Ursprünglich sollten 620 Wohnungen hier gebaut werden. Von Luxuswohnungen war die Rede. Die Bürgerinitiative "Steinhof erhalten" wehrte sich dagegen. Und hatte Erfolg. Es folgten ein Baustopp, ein Mediationsverfahren und der Einsatz einer Expertenkommission.

Nun sollen auf dem Gelände maximal 200 geförderte Wohnungen entstehen, plädieren die Experten. Warum auf dem denkwürdigen Areal überhaupt Neues gebaut wird, argumentierten sie mit dem bereits fast fertiggestellten orthopädischen Rehabilitationszentrum des Krankenhausdienstleisters Vamed auf dem Gelände, einer "Bausünde", die es mit den neuen Projekten zu verdecken gilt.

Mündlich habe die Politik der Kommission zugesichert, sich an ihre Vorschläge zu halten. Planungsstadträtin Maria Vassilakou dazu: "Ich werde das Ergebnis meinen Regierungskollegen vorlegen und empfehlen, dementsprechend zu entscheiden. Dann ist es eine gemeinsame Entscheidung, der ich nicht vorgreifen kann."