Wien. (apa/bs) Die Aufregung rund um die Neuordnung auf der Mariahilfer Straße hat sich gerade etwas gelegt, da lässt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou in der Gratiszeitung "Heute" mit Plänen für die Umgestaltung aufhorchen. So soll ein einheitlicher Belag kommen, sodass der Unterschied zwischen Gehsteigen und Fahrbahn verwischt wird und die Fußgänger sich mehr trauen, den für sie vergrößerten Raum auch in Anspruch zu nehmen. "Die Probephase hat gezeigt: Der Asphaltbelag für eine Fußgängerzone irritiert viele. Darum wird die ganze 2,3 Kilometer lange Straße gepflastert", wird die Stadträtin zitiert. Dabei soll auch das Niveau der Gehsteige und der Fahrbahn angeglichen werden.

Kommen sollen auch mehr Sitzmöbel in verschiedenen Varianten, unter anderem sogar mit einem Trampolin, als Pausengarten gestaltet oder mit einem Teich. Zusätzlich könnte es auch einen oder auch mehrere Speakers’ Corner und eine Umgestaltung der Beleuchtung auf der Shoppingmeile geben. Einer Verlängerung der Fußgängerzone - egal ob zur Stift- oder zur Zieglergasse - steht Vassilakou ihrem Sprecher zufolge hingegen skeptisch gegenüber. Durch eine Fußgängerzone seien die Garageneinfahrten für die Bewohner nicht mehr erreichbar.

Drei Vorschläge für 13A

Was die Umsetzung anbelangt, so wird die Stadträtin in "Heute" zitiert: "Sobald es warm ist, wird umgebaut." Ihr Sprecher unterstrich auf Nachfrage nach dem konkreten Zeitpunkt für den Start: "Natürlich wünschen sich alle, dass möglichst früh begonnen wird." Bis Ende Oktober will sich die rot-grüne Stadtregierung einmal darauf einigen, welche Umbaumaßnahmen und Adaptierungen auf der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße notwendig sind.

Bis dahin will man auch eine Variante für den 13A anbieten können, der nicht mehr in der Fußgängerzone fahren soll. Dazu liegen drei Vorschläge auf dem Tisch. Die Wiener Linien präferieren weiterhin die Querung der Mariahilfer Straße bei der Neubaugasse. Dagegen sträuben sich jedoch Neubaus grüner Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger wie auch Geschäftsleute in der Neubaugasse.

Eine Alternative wäre die Linienführung durch die Amerlinggasse - wie bisher -, dann rechts in die Schadekgasse, scharf links in die Nelkengasse und dann durch die Zollergasse. Eine weitere Möglichkeit wäre die Strecke durch die Hofmühlgasse und die Otto-Bauer-Gasse in die Zieglergasse. Die Verkehrsbetriebe hoffen jedenfalls auf eine baldige Einigung über eine neue Routenführung. Bis dahin wird der 13A samstags weiter umgeleitet.

"Schnapsideen"

Den beiden Oppositionsparteien ÖVP und FPÖ schwant ob der angekündigten Neuerungen nichts Gutes. ÖVP-Landesparteichef Manfred Juraczka kann mit den Ideen für die Umgestaltung wenig anfangen. "Nach Strandpromenade und künstlichem Bach kommt jetzt mit dem Trampolin für Erwachsene der nächste verhaltensoriginelle Vorschlag von Vizebürgermeisterin Vassilakou zur Neugestaltung der Mariahilfer Straße", kritisierte er in einer Aussendung. "Bevor neue, grüne Schnapsideen realisiert werden, sollen Bürger und Kaufleute entscheiden, was sie wirklich wollen", so der freiheitliche Klubobmann Johann Gudenus in einer Aussendung. Er fordert die Abhaltung der angekündigten Bürgerbefragung mit "klaren Ja/Nein-Antworten".

Das von der ÖVP initiierte Begehren, in dem gefordert wird, dass die gesamte Bevölkerung des sechsten und siebenten Bezirks über die Neugestaltung der "Mahü" befragt werden soll, war am Montag Thema im Petitionsausschuss. Dieser empfahl der zuständigen Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne), eine solche Befragung durchzuführen, hieß es in einer Aussendung. Dass die Bewohner befragt werden sollen, sei ohnehin Stand der Dinge und auch Beschlusslage in den beiden Bezirken, heißt es dazu aus dem Büro der Vizebürgermeisterin.