Wie im Klassenzimmer: Pfleger sollen durch Uni-Lehrgänge aufsteigen. - © ÖRK/Hechenberger
Wie im Klassenzimmer: Pfleger sollen durch Uni-Lehrgänge aufsteigen. - © ÖRK/Hechenberger

Wien. Der Begriff der Akademie ist kein geschützter. Jede Einrichtung kann sich im Grunde so nennen, wenn sie will. Das weiß auch Karl Skyba, der Präsident des Wiener Roten Kreuzes. "Wir haben gemeinsam daran zu arbeiten, dem Begriff gerecht zu werden", forderte er am Dienstag im Rahmen der Eröffnungsfeier der Akademie des Wiener Roten Kreuzes. Man habe sich mit der Bezeichnung als Akademie eine Verbesserung des Weiterbildungsangebotes und des Außenauftrittes vorgenommen, betonte Skyba.

Zwei weitere Universitätslehrgänge


Das Programm des Ausbildungszentrums wurde um zwei Universitätslehrgänge erweitert. In Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität werden ab 2014 die Studiengänge "Lehre Gesundheits- und Krankenpflege" und "Gesundheits- und Pflegemenagement" angeboten. Unterrichtet wird jeweils einmal im Monat von Donnerstag bis Sonntag, von 8.15 bis 17.30 Uhr. Diplomierte Krankenschwestern und -pfleger sollen die Möglichkeit haben, sich neben ihrem Beruf auf akademischem Niveau weiterzubilden.

Weitere Zielgruppen speziell für den Pflegemanagement-Lehrgang sind etwa Pflegedienstleiter, Stationsleiter, Teamleiter, OP-Leiter oder Dienststellenleiter. Praktische Erfahrung ist Voraussetzung für das Studium, laut Akadamie-Direktorin Claudia Michalica-Zottl ist das sogar gesetzlich vorgeschrieben. Ingesamt können in jedem Studium 60 ECTS-Punkte erworben werden. 25 Studienplätze gibt es pro Studiengang. "Wir beginnen jedes Jahr neu mit dem Lehrgang, und wenn sich zu viele Interessenten anmelden, haben die im nächsten Jahrgang einen fixen Platz. Natürlich führen wir auch Bewerbungsgespräche mit den Teilnehmern", erklärt die Direktorin der Akademie.

Bisher wird bereits eine universitäre Weiterbildung für basales und mittleres Pflegemanagement in Zusammenarbeit mit der Sigmund Freud Universität angeboten. Hat man diesen Studiengang bereits abgeschlossen, kann man sich für den neuen Pflegemanagement-Lehrgang viele Lehrinhalte bereits anrechnen lassen. Die ungefähr zweijährige Ausbildungsdauer verkürzt sich dann etwa um die Hälfte.

Wurden Studenten bisher für das basale und mittlere Management im Pflegebereich ausgebildet, gehen die neuen Studiengänge noch eine Stufe weiter: "Das sind Ausbildungen, mit denen die Menschen dann als Pflegepädagogen arbeiten oder als Pflegemanager ganze Einrichtungen leiten können", erklärt Michalica-Zottl. Die Studierenden schließen mit den Titeln "akademische/r Lehrer/in für Gesundheits- und Pflegeberufe" beziehungsweise "akademische/r Gesundheits- und Pflegemanager/in" ab. Eine derartige Akademisierung und Professionalisierung der Pflegeberufe ist laut Pflegewissenschaftlerin Elisabeth Seidl hierzulande längst überfällig: "Die Akademisierung der Pflege hat in Österreich verspätet stattgefunden", sagt sie.