City Gate in der Wagramer Straße wurde am Donnerstag eröffnet. - © Stanislav Jenis
City Gate in der Wagramer Straße wurde am Donnerstag eröffnet. - © Stanislav Jenis

Wien. Neben der bisher noch etwas vereinsamten U1-Station Aderklaaer Straße steht nun ein großes gelbes Einkaufszentrum (EKZ), samt zwei Apartmenthochhäusern. Schon vor der Eröffnung des Citygate drückten sich aufgeregte Teenager die Nasen an der Eingangstüre platt. "Ich bin schon so gespannt auf die Geschäfte und alles", sagt etwa die 17-jährige Alina. "Hier ist ja sonst nichts", fügt sie schulterzuckend hinzu.

Tatsächlich fällt die Gegend am Rand der Großfeldsiedlung nicht gerade durch ihr urbanes Flair auf. Das Citygate, das nun achteinhalb Jahre nach der U1-Station nebenan eröffnet wurde, soll nun für Belebung sorgen. Neben 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit etwa 50 Geschäften soll der Komplex auch tausenden Menschen ein neues Zuhause geben. In den über dem EKZ thronenden Wohntürmen, 80 und 100 Meter hoch, befinden sich 1167 Wohnungen. Wer es sich leisten kann, zu kaufen, kann direkt unter dem Himmel in eine Eigentums- oder in eine von vier Penthouse-Wohnungen ziehen. In den unteren Etagen, nur wenige Meter von der Decke des EKZ entfernt, befinden sich geförderte Mietwohnungen. Letztere "gehen weg wie die warmen Semmeln", so Johannes Eisert vom Vermarkter Epmedia. Etwa 75 bis 80 Prozent aller Wohnungen seien bereits vergeben.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) spricht von einem "Landmark-Projekt" und erwartet, dass das Citygate eine Art Marktplatzfunktion erfüllen wird. Die Wohnungsmarktsituation im 21. Bezirk sei zwar nicht problematischer als anderswo in Wien, doch gebe es in Transdanubien viele junge Familien, die auf der Suche nach geeigneten Wohnraum seien. "Wer in Floridsdorf oder Donaustadt aufgewachsen ist, möchte halt oft auch hierbleiben", sagt er. Beachtlich findet er auch, dass es keine nennenswerten Anrainerproteste gegen das Citygate gegeben hat. "Man muss aber ehrlich sagen, dass das auch daran liegt, dass es fast keine unmittelbaren Anrainer gibt", so der Bezirksvorsteher.

U1 war Voraussetzung


Das habe auch den Vorteil, dass sich der zusätzliche Menschenansturm nicht so negativ auf den Verkehr auswirke wie vielleicht anderswo. Dennoch habe es in diesem Bereich Maßnahmen gegeben. "Es gibt neue Zufahrtsstraßen, die teilweise sogar zur Parkgarage zweispurig ausgeführt werden mussten. Die musste der Bauträger selbst finanzieren", so Papai. Was den Ausschlag für die Entscheidung des Flächenwidmungsplans gegeben habe, sei allerdings die Anbindung an die U1, die sich quasi in Umfallweite des Haupteingangstores zum EKZ befindet.