Wien. (rös) "Das Wahlkartenergebnis der FPÖ entspricht aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit der erwarteten Größenordnung", hieß es am Mittwoch vonseiten des Meinungsforschungsinstitutes Sora, das mittlerweile die Wahlkarten-Anträge (inklusive Briefwahl) ausgewertet hat. Einen Tag davor hatte die FPÖ die Korrektheit dieser Auszählung bezweifelt. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sprach sogar von einer "vorsichtigen Möglichkeit eines Wahlbetrugs".

Laut Sora gab es 190.928 Wahlkarten-Anträge, der Rücklauf betrug 159.011 und war höher als 2010: 83,3 Prozent der Wahlkarten fanden als abgegebene Stimme ihren Weg ins Ergebnis, hieß es. Dass ein Fünftel der Wahlkarten nicht zu einer abgegebenen Stimme führt, ist laut Sora normal. Bei der Nationalratswahl 2013 etwa gingen 23 Prozent der Wiener Wahlkarten "verloren".

Steigerung des FPÖ-Minus


Die FPÖ hatte 2010 durch die Wahlkartenauszählung 1,27 Prozentpunkte gegenüber dem vorläufigen Ergebnis eingebüßt, heuer war es ein Minus von 1,44 Prozentpunkten. Die Steigerung des FP-Wahlkarten-Minus ist laut Sora durch drei Faktoren zu erklären: Erstens durch das Wachsen der FPÖ - je mehr Stimmen, desto stärker kann eine ungleiche Verteilung als Wahlkarteneffekt "durchschlagen". Zweitens der steigende Anteil der Wahlkartenwähler: 2010 waren 16,6 Prozent der abgegebenen Stimmen Wahlkarten, 2015 um 2 Prozentpunkte mehr; dadurch gibt es für alle Parteien mehr Potenzial für Wahlkarteneffekte. Und drittens: In den Hochburg-Bezirken der FPÖ gibt es eine geringere Zunahme der beantragten Wahlkarten als in den übrigen Bezirken. Deshalb biete das Ergebnis "keinen statistisch begründeten Hinweis auf Unregelmäßigkeiten in der Auszählung", so die Experten.