Wien. Die Bezirksparlamente konstituieren sich nach den Wien-Wahlen: Während Ursula Stenzel ihren Nachfolger zappeln lässt und Wiens erster FPÖ-Bezirkschef in zehn Tagen sein Büro in Simmering bezieht, lässt die designierte grüne Währinger Bezirkschefin mit einer konkreten Ansage aufhorchen: Ddie Einführung eines flächendeckenden Parkpickerls bis September 2016.

Mutig oder verrückt? Fest steht, das Parkpickerl-Thema wird, wie bereits in der Vergangenheit, in Währing für politischen Sprengstoff sorgen. Silvia Nossek, die den traditionellen ÖVP-Bezirk nach 69-jähriger schwarzen Regentschaft grün gefärbt hat, weicht der Frage geschickt aus, ob sie sich mit ihrer ersten Amtshandlung eigentlich beliebt machen wird?

"Seit der Wahl im Oktober haben mich mehr als 350 E-Mails von Bürgerinnen und Bürgern erreicht, die wissen wollten, wann das Parkpickerl endlich in Währing eingeführt wird", sagt die designierte grüne Bezirkschefin.

Doch so schnell geht es dann doch nicht. Einerseits sind Silvia Nossek bis zur offiziellen Amtsübergabe am 17. Dezember die Hände gebunden (Nossek folgt Karl Homole, der vor 25 Jahren erstmals als Bezirksvorsteher angelobt wurde) - und andererseits kann das Parkpickerl-Thema frühestens im Jänner im Bezirksparlament aufs Tapet gebracht werden. Bis dahin muss Nossek die notwendigen Allianzen im Bezirksparlament finden. Die 51-Jährige ist die erste Frau an der Spitze Währings und keine Unbekannte in der Wiener Polit-Landschaft. Als grüne Landessprecherin hat sie die Koalitionsverhandlung von Rot-Grün I vorbereitet und mitverhandelt.

ÖVP und SPÖ machen
gegen Stenzel mobil

Während sich Nossek auf das Amt der Bezirksvorsteherin vorbereitet, zeigt Noch-Bezirkschefin Ursula Stenzel keinerlei Ambitionen, ihr Büro in der Wipplingerstraße für ihren Nachfolger Markus Figl (ÖVP) zu räumen - die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Wann greift Stenzel zum Telefon und vereinbart mit dem Rathaus einen Termin für die konstituierende Sitzung in der Inneren Stadt? Oder muss Bürgermeister Häupl ein Machtwort sprechen?

Mittlerweile beschäftigt die Causa auch die Rathaus-Juristen: Denn die City-ÖVP und -SPÖ helfen ein wenig nach. Sie beantragen am kommenden Montag eine Sondersitzung des Bezirksparlaments, die innerhalb einer vierwöchigen Frist einberufen werden muss und bei der Figl als neuer Bezirksvorsteher angelobt werden soll. Ein Schlupfloch, das juristisch nicht unumstritten ist, denn die ungewöhnliche Premiere weicht vom üblichen Prozedere ab. "Wir gehen davon aus, dass es funktionieren wird", sagt Figls Pressesprecher Paul Schmidinger.