Begrüßt hat die Wohnungslosenhilfe die Initiative der Stadt, neue Gemeindewohnungen errichten zu wollen. Im Koalitionspakt hatten es sich SPÖ und Grüne zum Ziel gesetzt, jährlich 10.000 neue Wohnungen und mindestens 2000 neue Gemeindewohnungen bis 2020 zu bauen. Außerdem soll der Zugang zu gefördertem Wohnbau für junge Wiener erleichtert werden, etwa durch Stundung der Eigenmittel.

Stadt soll mehr geförderten Wohnbau selbst vergeben


Auch das Smart-Wohnbauprogramm der Stadt stellt für die Mitglieder der Wiener Wohnungslosenhilfe ebenfalls ein sinnvolles Mittel zur Entspannung der Situation dar.

Diese bereits in Bau befindlichen und teilweise fertiggestellten Wohnungen sollen durch bessere Flächennutzung und kompaktere Grundrisse Kostenersparnisse für die Mieter ermöglichen. Die Stadt spricht von Finanzierungskosten von maximal 60 Euro pro Quadratmeter - und Bruttomieten, die 7,50 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen sollen.

Nichtsdestotrotz wünscht man sich weitere Maßnahmen. So soll beispielsweise der Anteil des geförderten Wohnbaus, den die Stadt Wien selbst (und nicht der Bauträger) vergibt, von bisher 30 Prozent auf 50 Prozent angehoben werden, lautet die Forderung.

Der Prozentsatz der geförderten Wohnungen, die von der Stadt vergeben werden, variiere je nach Vereinbarung mit den Bauträgern, heißt es dazu aus dem Büro von Ludwig. Bei den Smart-Wohnungen etwa läge der Anteil, den die Stadt Wien vergibt, bei mindestens 50 Prozent.

Laut Wiener Wohnungslosenhilfe sollte ein Fünftel aller geförderten Wohnungen Menschen zuer Verfügung gestellt werden, denen aus der Obdachlosigkeit geholfen werden soll. Momentan würden hierfür etwa 700 Wohnungen im Jahr fehlen. Kontingentierungen seien aber laut Wohnbaustadtrat nicht möglich, da vor allem der Bedarf sowie die Beschaffenheiten der Wohnungen ausschlaggebend seien, um eine Wohnung anbieten zu können.

Geht es nach Waltraud Kothbauer vom Roten Kreuz, sollte künftig bei der Vergabe geförderter Unterkünfte die Dringlichkeit eine Rolle spielen. Zudem macht sie sich für Bürokratieabbau stark, da etwa Miet- und Wohnbeihilfe derzeit jeweils an verschiedenen Stellen zu beantragen seien - wobei es aus dem Büro von Ludwig hieß, dass es bereits erklärtes Ziel sei, die beiden Abteilungen zusammenzuführen.