Ambulanz-Entlastung

Zwar werde sich am bisherigen Versorgungsanteil des AKH - er macht ein Viertel des Gesamtanteils der Gemeindespitäler aus - nichts ändern, jedoch sind im Bereich von Ambulanzen, Notfallaufnahmen und Rettungszufahrten Entlastungen geplant. Im Gegenzug sollen Primärversorgungszentren gefördert werden. Auch wird die Leistungsplanung zwischen dem AKH und den anderen Gemeindespitälern im Rahmen des "abgestuften Versorgungskonzepts" geregelt. "Beispielsweise hat die Forschung des AKH dazu geführt, dass Kataraktoperationen (Behandlung des grauen Stars, Anm.) tagesambulant durchgeführt werden können. Dieses Modell ist auf andere Spitäler ausgerollt. Am AKH werden Kataraktoperationen dann in reduziertem Maß durchgeführt und wir widmen uns stattdessen verstärkt der Netzhautchirurgie, um sie zu verbessern", erklärte AKH-Direktor Herwig Wetzlinger die Idee hinter der Leistungsplanung.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely versicherte, dass keine Leistungen der Ambulanzen zurückgefahren würden, solange der niedergelassene Bereich diese nicht kompensieren könne. Damit nahm sie auch die Ordinationsärzte in die Pflicht. "Es geht ganz stark um die Frage der Öffnungszeiten und des Leistungsspektrums", betonte sie. Zusätzliche Kassenverträge allein halte sie nicht für eine Lösung. Die Debatte mit dem niederglassenen Bereich würde jetzt "intensiv geführt werden", so Wehsely. "Jedenfalls ist es nicht zumutbar, drei Monate auf einen Kontrolltermin beim Augenarzt warten zu müssen", fügte sie hinzu.

Maximal 1500 Ärzte im AKH

In den Vereinbarungen ist auch die Deckelung der Zahl der Spitalsärzte im AKH auf 1500 vorgesehen. Dies entspräche dem derzeitigen Ist-Zustand, erklärte Herwig Wetzlinger gegenüber der "Wiener Zeitung". Die Deckelung gelte aber auch nach unten. "Stellenabbau würde sowieso nie stattfinden, ganz im Gegenteil: Wenn wir Mitarbeiter und vor allem Ärzte sehr lange ans Haus binden, sichern wir uns Erfahrung und Expertise", betonte er.

Wien ist das einzige Bundesland mit stetigem Bevölkerungszuwachs. Ist es da überhaupt sinnvoll, die Zahl an Ärzten im größten Spital des Landes zu deckeln? Wetzlinger versicherte, dass die demographische Entwicklung in der Planung berücksichtigt wurde. "Das geht sich mit unseren Ressourcen aus, wir müssen aber auch unsere Strukturen optimieren", merkte er an. Derzeit sei auch unter dem Gesichtspunkt jüngerer Entwicklungen wie der gestiegenen Anzahl an Asylwerbern "kein Anzeichen gegeben, dass wir unsere Pläne nicht realistisch angesetzt haben", fügte der AKH-Chef hinzu.