Wien. Dass die Stadt wächst, bekommt seit gestern, Dienstag, eine neue Dimension. Denn sie wächst nicht um die bisher verkündeten 20.000 Menschen pro Jahr, sondern Wien ist im Jahr 2015 um rund 43.200 Einwohner reicher geworden.

Um dem enormen Wohnbedarf vor allem bei leistbaren Wohnungen gerecht zu werden, baut die Stadt wie im vergangen Wahlkampf angekündigt wieder neue Gemeindewohnungen. Das erste Siegerprojekt wurde gestern, Dienstag, vorgestellt: Es umfasst 120 Wohnungen in der Fontanastraße in Favoriten.

Die 120 Wohnungen, die bis Herbst 2018 fertiggestellt sein sollen, scheinen angesichts des enormen Bevölkerungszuwachses wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. In den nächsten fünf Jahren sollen aber noch weitere folgen: Insgesamt will die Stadt 2000 Gemeindewohnungen errichten - neben dem wie bisher stattfindenden geförderten Wohnbau.

Rund 7000 geförderte Wohnungen im Jahr 2015


Für die Stadt ist die Anzahl der Wohnungen, die gebaut werden, nicht wenig. "Wir reagieren auf den Zuwachs mit einer kontinuierlich steigenden Wohnbauleistung in den letzten Jahren", sagte ein Sprecher aus dem Wohnbau-Ressort von Stadtrat Michael Ludwig. Rund 7000 geförderte Wohnungen würden im Jahr gebaut werden. Da kämen dann die neuen Gemeindewohnungen dazu. Wien gebe 600 Millionen Euro im Jahr aus, "um leistbares Wohnen zu sichern".

Das Besondere an den Gemeindewohnungen Neu wird sein, dass die Mieter keine Eigenmittel aufbringen müssen. Sie zahlen eine Bruttomiete von 7,5 Euro pro Quadratmeter und es gibt keine Befristung. Die Anmeldung erfolgt wie bisher über Wiener Wohnen nach bestimmten Kriterien, etwa der Einkommensgrenze. Ein Single darf nicht mehr als 3127,86 Euro im Monat verdienen. Eine 4-köpfige Familie nicht mehr als 5912,86 Euro.

Der Stadt als 100-prozentiger Eigentümer kostet dieser Gemeindebau in Favoriten rund 13 Millionen Euro. Den öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen NMPB Architekten. Mehr als 50 Architektenbüros waren am Wettbewerb beteiligt, sieben kamen in die engere Auswahl.

Das Siegerprojekt musste in den vorgeschriebenen Bereichen soziale Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie und Qualität der Architektur punkten. "Wir haben eine kompakte Hülle entworfen, dadurch ist es kostengünstig", sagte Architekt Sasa Bradic von NMPB Architekten zur "Wiener Zeitung". "weil es simple Systeme des Tragwerkes und des Wohnungsgrundrisses sind. Eine kompakte Hülle ist einfach zu bauen. Das ist der Vorteil." Nicht das Honorar sei Thema gewesen, sondern das beste Konzept.