Wien. Der Schwedenplatz soll bekanntlich in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Sechs Konzepte stehen zur Auswahl, Bürgerwünsche werden gerade eingearbeitet - die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Bis Sommer soll der Umsetzungsplan dann vorliegen. Fix ist allerdings schon, dass die Anzahl der Autospuren von derzeit fünf auf vier reduziert wird, sagte Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch im Gemeinderat.

Wolfgang Irschik von der FPÖ fragte nach den Konsequenzen einer solchen Fahrstreifenreduktion. Vassilakou antwortete, es entstünden durch den Umbau nur "minimale Auswirkungen" für den Verkehr. Der Reduzierung von Fahrspuren würde durch "Ersatzmaßnahmen" entgegengewirkt, so Vassilakou.

Wegfallen würde konkret die linke Spur vor der Schwedenbrücke - derzeit ein Linksabbieger, um in die Leopoldstadt zu gelangen. Untersuchungen haben laut Vassilakou gezeigt, dass diese Spur von sehr wenigen Fahrern benutzt werde. "Sie kann also wegfallen, ohne dass der Fließverkehr beeinträchtigt wird", erklärte Vassilakou. Abbiegen in den zweiten Bezirk werde man aber weiterhin können. Denn der Linksabbieger wird einfach in die nächstgelegene Spur, die derzeit nur geradeaus führt, integriert.

Diskussion um Eislaufverein


Auch der umstrittene Plan für ein Hochhaus auf dem Gelände des Wiener Eislaufvereins hat am Mittwoch einmal mehr den Gemeinderat beschäftigt. Vassilakou bekräftigte, dass sie trotz des 73 Meter hohen Bauwerks davon ausgehe, dass das Projekt nicht das Weltkulturerbe-Prädikat für die Innenstadt gefährde - wie von mancher Seite befürchtet wird.

"Die Stadt ist sich der Verantwortung bewusst, die Stadtentwicklung im Einklang mit dem Welterbe-Status zu betreiben", sagte Vassilakou in der Fragestunde.

Der Fokus dürfe außerdem nicht nur auf die Höhe des Turms, sondern müsse auch auf die stadträumlichen Qualitäten des Vorhabens gelegt werden. Wie die Beurteilung der Unesco tatsächlich ausfällt, werde sich bei der nächsten Sitzung des Komitees im Sommer in Istanbul zeigen, so die Ressortchefin. Der Gemeinderat müsse dann entscheiden, ob der Hochhausplan tatsächlich realisiert wird.

Die FPÖ hat auf alle Fälle den Rücktritt von Vassilakou gefordert, falls das umstrittene Hochhaus tatsächlich gebaut wird. Es erhärte sich der Verdacht, dass Rot-Grün das "Monsterprojekt auf Biegen und Brechen durchdrücken will" und dafür das Weltkulturerbe der City aufs Spiel setze, kritisierte Mandatar Dietrich Kops.