Wien. Coffee und Cowork - aus diesen beiden Wörtern setzt sich der Name Cocoquadrat zusammen. Die Idee für einen Coworking-Platz samt Café kam Wolfgang Bretschko in San Francisco. Dort gab es das Konzept bereits, in Wien aber noch nicht.

Lucia Laggner, Marketingleiterin von Cocoquadrat betritt in Jeans und legerem Sakko das Café in der Wiedner Hauptstraße. "Die Wirtschaftskammer gleich gegenüber ist ein guter Anhaltspunkt, um zu uns zu finden", sagt sie. Es ist ruhig. Am langen Tisch bei den Fenstern arbeitet eine junge Frau an ihrem Laptop. Weiter hinten geht es zu den eigentlichen Arbeitsstationen.

Das Konzept ist relativ einfach und klar. Wer hier arbeiten möchte, loggt sich über die App Cocoquadrat ein und reserviert einen Schreibtisch-Platz für sich. Pro Stunde werden dem Kunden 2,5 Euro verrechnet. "Wir unterscheiden uns von anderen Coworking-Plätzen in Wien nicht nur dadurch, dass wir ein für alle zugängliches Café haben, sondern auch weil wir flexibel sind", sagt Laggner. "Bei uns muss man sich nicht monatsweise einmieten." Ab den ersten verrechneten 80 Stunden im Monat ist der Platz für die weitere Arbeitszeit kostenlos.

"Nicht im eigenen
Süppchen kochen"


Den Coworkern wird ein Arbeitsplatz mit Steckdose und High Speed WLAN geboten. Rechts an der Wand stehen ein Drucker und Scanner. Obst und Wasser gibt es kostenlos und im Coffeshop vorne erhält das Mitglied einen Rabatt von zehn Prozent. Bereits von zuhause aus kann der Lieblingsplatz gebucht werden.

Neben Konferenzräumen und kleineren Räumen zum Anmieten veranstaltet das Coworking-Café auch Treffen und Wettbewerbe. So findet einmal im Monat ein Community-Tag statt, an dem EPUler (Einpersonenunternehmen), Start-ups beziehungsweise Selbständige sich austauschen können. Zwei Mitglieder der Community können dabei ein aktuelles Problem in ihrer Arbeit ansprechen und mit der Community über Lösungsansätze diskutieren. "Unser Ziel ist es, dass man nicht im eigenen Süppchen kocht", so Laggner. Mit dem Café soll die alte Wiener Kaffeehauskultur mit dem modernen Konzept der Coworkingspaces zusammengeführt werden. Einzelunternehmen, kleine Selbständige sowie Start-ups teilen sich die Büroinfrastruktur. So entsteht eine Gemeinschaft, die sich wiederum gegenseitig unterstützen und Ideen austauschen kann. "Und wo kann man schon bei einem Café stundenlang sitzen und ein Buch schreiben", so Laggner. "Immer mehr Menschen sind selbständig und können keine Bindung wie eine fixe Büromiete eingehen. Das hier ist die Zukunft der Arbeitsplätze."