Wien. (rös) "Seitdem ich weiß, dass im Jahr 1814 die Gäste des Schweizerhauses - damals noch ,Zur Tabakspfeife‘ - Ludwig van Beethoven beim Klavierspielen zuhören konnten, komme ich noch lieber hierher" , erklärte der ehemalige "Profil"-Chefredakteur Herbert Lackner. Beethoven habe damals im ersten Kaffehaus des Praters gespielt - dort wo jetzt der Spielplatz ist. Und das war bis zum Gasthaus zu hören, erzählte der Journalist am Mittwoch.

Laut Lackner ist auch Arthur Schnitzler im Schweizerhaus ein und aus gegangen. Ebenso wie Hugo von Hofmannsthal, Anton Bruckner und viele andere berühmte Persönlichkeiten. Ein Umstand, der Lackner dazu brachte, die Familie Kolarik - sie betreibt seit 1920 das Schweizerhaus - zu bitten, auf ihrem Dachboden nach alten Fotos zu kramen. In Verbindung mit den alten Geschichten ist schließlich ein "historisches Bilderbuch" herausgekommen, das die Geschichte des Schweizerhauses erzählt - und gleichzeitig einen Beitrag der Familie Kolarik zum 250-Jahr-Jubiläum des Praters darstellt.

Als Ehrengast wurde zur Buchpräsentation im Übrigen der Schauspieler Andreas Vitasek eingeladen. "Weil er Stammgast ist", meinte Schweizerhaus-Chef Karl Jan Kolarik als Begründung. "Und weil ich der einzige Mensch neben dem Wiener Bürgermeister bin, der am 1. Mai im Schweizerhaus einen Tisch reservieren darf", erklärte Vitasek, der an diesem Tag seinen Geburtstag feiert.

Vitasek hatte auch gleich einen Tipp parat: "Bestelle im Schweizerhaus niemals ein Seiterl. Der Kellner sagt dann nämlich: Wartens, bis an Durscht haben, und dann bestellens a Krügerl." Für Vitasek ist das Schweizerhaus demnach "der gelebte Sozialismus, weil hier ist jeder gleich - vor der Gnade der Kellner".

Das Buch "Schweizerhaus - Die Geschichte einer Wiener Institution", 67 Seiten, ist im Schweizerhaus erhältlich.