Gemeinsam haben sie etwa "Die Kantine Linz" gestaltet, dort ranken sich ihre weißen Schriftzüge auf schwarz bemalten Wänden. Ihre Leidenschaft haben sie mittlerweile zum Beruf gemacht. Hofmann betreibt als Grafikdesigner gemeinsam mit Maira Kerschner die "Agentur für urbane Kommunikation", knapp: Rotkäppchen & Goliath. Donaukanal als Freizeit-Galerie Der Donaukanal als Veranstaltungsort der "Battle Jam" ist für die Sprayer etwas Besonderes: "Früher war der Donaukanal grau. Das hat sich sehr stark verändert die letzten Jahre. Es entwickelt sich hier im Zentrum eine Freizeit-Galerie, wo Sprüher auch legal malen können", sagt Hofmann. Die legalen Flächen werden extra von der Stadt Wien bereitgestellt, am Donaukanal gäbe es zwei davon, in Wien seien es insgesamt rund 13. Wien sei in der einzigartigen Situation, mehr legale Flächen zu haben als andere europäische Graffiti-Metropolen wie München oder Berlin. Generell lebt Graffiti vom öffentlichen Raum.

Von Berlin bis Dhaka


Die Kunst findet auf der Straße statt, wo gibt es die besten Spots, welcher Schriftzug könnte dorthin passen. "Man lernt die Stadt mit anderen Augen kennen", sagt Hofmann. "Letztens haben wir in einer alten Kinderpsychiatrie getagged. Es gibt viele leerstehende Lagerhallen und Fabriken. Mit Graffiti ist man einfach mehr Teil der Stadt."

Doch nicht nur in Wien haben die beiden Kreativen schon Wände verziert, bis nach Deutschland und in den Senegal haben sie es geschafft. So wurde Hofmann einmal nach Berlin eingeladen, um eine große Feuerwand für ein Berliner Festival zu bemalen. Thomas Jöchtl durfte 2014 in Dakar mit den Größen Westafrikas um die Wette sprühen: "Es war interessant zu sehen, wie die Leute dort einen anderen Zugang zu Graffiti haben. Die freuen sich, wenn die Wände angemalt werden", erinnert er sich zurück. Andere Städte und internationale Künstler kennenzulernen seien für ihn ein ganz wesentlicher Aspekt von Graffiti. Beim "Battle Jam" stammen die Sprayer allesamt aus Wien. Zwischen 2 und 10 Personen stellt jede Crew. Ab 12 Uhr heißt es dann für die sechs Teams: Möge die Schlacht der Sprühdosen beginnen.