Wien. Einen Kindergartenplatz für alle Kinder. Das fordert der Landesparteiobmann der ÖVP-Wien, Gernot Blümel, im Fall "Alt-Wien". Die Stadt müsse sicherstellen, dass die betroffenen Kinder auch im September noch einen Betreuungsplatz haben, so Blümel bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Am Montag will Blümel im Bildungsausschuss Stadträtin Sandra Frauenberger mit einem Fragenkatalog zur Causa "Alt-Wien" befragen. "Neben der Aufklärung dieses Kindergartenskandals geht es uns auch vor allem um Hilfe für Betroffene", so Blümel.

Zumindest in diesem Punkt scheint Einigkeit mit der Stadt zu herrschen: Den Behörden gehe es vor allem darum, "Plätze für betroffene Kinder zur Verfügung zu stellen", erklärt eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin Frauenberger. Auf die Kritik des politischen Versagens von ÖVP-Chef Blümel reagiert man wiederum scharf: "Die Opposition macht Politik auf dem Rücken der Kinder", heißt es da.

Der Forderung Blümels nach einer externen Prüfung der Fördervergabe entgegnet man im Büro von Frauenberger mit den Worten: "Wenn Herr Blümel genauer hinsieht, würde er bemerken, dass das bereits geschieht."

Rund 2000 Kinder und 300 Mitarbeiter sind in der Causa "Alt-Wien" von einer möglichen Schließung betroffen. Der ehemalige Betreiber Richard Wenzel (er ist mittlerweile aus dem Vorstand des Vereins ausgeschieden) soll Fördergelder der Stadt zweckwidrig verwendet haben. Die Stadt prüft seit einer Woche ein neues Vergleichsangebot vonseiten des Betreibers. Noch immer ist unklar, ob die "Kindergärten geschlossen werden müssen oder nicht. Wann es eine Entscheidung gibt, könne man noch immer nicht sagen, heißt es aus dem Büro von Frauenberger. Derzeit sieht es nach einem Förderstopp ab September aus.