All das führt jedoch dazu, dass Parkplätze aufgelassen werden. Die ÖVP in Währing kritisiert dieses Vorgehen: "Wenn Parkplätze weggenommen werden, gibt es am Ende trotz Pickerl nicht mehr freie Abstellflächen". Nossek hat etwas anderes im Sinn: "Es geht auch um die Gestaltung des öffentlichen Raums. Auf den neu gewonnen Gehsteigen können Grünflächen und Sitzgelegenheiten entstehen." Eine genaue Zahl an aufzulassenden Parkplätzen nennt sie aber noch nicht: "Es werden so viele wie sinnvoll und notwendig."

Diese Infrastrukturmaßnahmen drehen sich durchwegs um das Leben außerhalb des Autos. "Die Parksituation ist die eine Seite. Andererseits soll man sich in Währing auch ohne Auto wohlfühlen. Oft sind die öffentlichen Flächen so gestaltet, dass sie nicht zum Verweilen einladen. Das soll sich jetzt ändern", so Nossek. Die Einführung des Parkpickerls sei dafür die perfekte Gelegenheit.

Parkplätze in Währinger Straße werden aufgelassen


Die Bezirksvorsteherin plantschon das nächste Projekt: "Die Währinger Straße ist die zentrale Einkaufsstraße im Bezirk. In manchen Abschnitten lädt sie nicht gerade zum Flanieren ein. Wir verhandeln mit den Gewerbetreibenden und Anrainern darüber, wie man das ändern kann." Auch hier würden sich breitere Gehsteige und weniger Parkplätze anbieten, meint Nossek. Das Szenario erinnert an die Mariahilfer Straße. Sie wurde 2014 in eine Fußgängerzone umgestaltet, der Autoverkehr stark eingeschränkt. Diesen Vergleich lässt Nossek aber nicht zu: "Eine Verkehrsberuhigung ist auf der Währinger Straße leider nicht möglich. Allein deswegen, weil die Straßenbahn dort fährt." Und blockiert werde sie jetzt ja auch nicht mehr.

(rad) Seit Donnerstag werden in Wien nur mehr elektronische Parkpickerl ausgegeben. Sie haben einen integrierten Chip, auf dem eine Identifikationsnummer gespeichert ist. Parkwächter können mit dieser Nummer den Eintrag in einer Datenbank einsehen. In dieser Datenbank liegen Informationen zum Wagen und dessen Parkberechtigungen. Wenn die Berechtigung ausläuft und verlängert wird, aktualisiert die Behörde den Eintrag in der Datenbank. Dadurch ist der Aufkleber weiterverwendbar und man erspart sich das Abkratzen von der Scheibe. In Wieden und Margareten gibt es schon seit letztem November elektronische Parkpickerl. Nach und nach sollen sie alle alten Pickerl ersetzen.

Elektronisches Parkpickerl