"In Österreich gibt es nur wenige, die wirklich von Instagram leben können", sagt Michael Prügl (@pruegl) von Instagramers Vienna (@igersvienna). Das stecke noch in den Kinderschuhen. "Ja, man kann mit Instagram Geld verdienen. Es steckt aber jahrelange Arbeit dahinter. Man kennt sich sehr gut in der Szene und weiß genau, welcher Influencer für welches Projekt am besten passt", sagt Prügl. "Wenn ich aber mein Profil nur wegen des Geldes aufbaue, dann wird es nicht funktionieren", ist er überzeugt. Es gehe auch nicht nur um das perfekte Foto oder um die Reichweite, sondern um Storytelling, um Authentizität. "Erzähle deiner Followerschaft, was passiert ist, mit Videotools wie Instagram Stories oder Snapchat", sagt er.

Instagramers Vienna wurde 2011 gegründet, genau wie Igersaustria veranstalten die sechs ehrenamtlichen Mitglieder etwa Instawalks. Eine Kooperation mit Unternehmen gehen sie nur dann ein, wenn es für die Gemeinschaft einen Nutzen hat. Direktes Product Placement sieht Prügl eher kritisch. "Uns geht es vor allem um die Fotokunst." Für den Hobbyfotografen aus Niederösterreich ist es klar, dass jeder bezahlte Post, auch gekennzeichnet wird.

Das beliebteste Fotomotiv mit Wien-Bezug auf Instagram ist laut Instagram-Monitor Schloss Schönbrunn, bei den sogenannten Foodporn-Fotos ist die Sachertorte auf der ersten Position. Prügl hält aber nicht allzu viel von typischen Wien-Motiven, er möchte mit seinen Bildern lieber das Leben in Wien aus seiner Sicht einfangen.

Natürlich träumt auch Prügl von 90.000 Euro für ein Foto. "Wir sind aber nicht in Amerika", sagt er. "Instagram ist sehr schnelllebig und ich bezweifle, dass der Dienst in zehn Jahren auch noch das ist, was er jetzt ist."

Der neue Kodex des Österreichischen Ethik-Rats für Public Relations heißt "Ethik in der Digitalen Kommunikation" und wurde am Dienstag präsentiert. Der Kodex beinhaltet sechs Richtlinien:

Kennzeichnung von bezahlten Inhalten etwa mit #spon, #ad

Absender-Transparenz (wer kommuniziert in welchem Auftrag, . . .)

Journalistische Grundprinzipien (redaktionelle Inhalte für Unternehmen korrekt ausweisen, . . .)

Faire und respektvolle Kommunikation (auf Social Media, . . .)

Unternehmensverantwortung (wie kommunizieren die Mitarbeiter von Unternehmen auf Social Media, Vermeidung von Entlassungen, . . .)

Gemeinsame Verantwortung (monetäre Zusammenhänge aufzeigen, . . .)

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