Wien. (rös/vasa) "Der Lobautunnel wird kommen". Mit dieser Aussage ließ der Wiener Bürgermeister Michael Häupl in einem Interview mit dem "Standard" aufhorchen.

Er wüsste nicht, wie man das Stauproblem sonst lösen könnte, sagte er in dem Interview. "Es geht nicht, dass man eine Brücke über den Nationalpark baut. Aber es braucht einen Autobahnring um Wien", meinte er weiter. In der Zwischenzeit sei alles mit der Asfinag geklärt. Auch die Finanzierung sei auf Schiene. Angesprochen auf den grünen Koalitionspartner meinte Häupl, dass der offenbar über das Thema nicht reden wollte: "Ich habe gesagt: Macht einen Vorschlag. Ich habe bis heute keine Alternative gehört", sagte Häupl.

"Das kann noch Jahre dauern"

"Wann und ob der Tunnel kommt, liegt an den Gerichten", kommentierte der grüne Verkehrssprecher Rüdiger Maresch die Aussagen des Bürgermeisters gegenüber der "Wiener Zeitung". Schließlich seien zwei Verfahren anhängig, zum einen das Naturschutz- und Wasserrechtsverfahren und zum andren das Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof. "Das kann noch lange dauern", fügt der Verkehrssprecher hinzu. Im Gegensatz zur SPÖ sind die Grünen gegen das Projekt. "Mehr Autobahnprojekte bedeuten auch mehr Verkehr", sagte Maresch.

Die Asfinag dürfte schon länger konkrete Pläne haben - wie das bereits im vergangenen September kommuniziert wurde - vorgesehen sei, mit dem Bau des Tunnels unter der Donau und der Lobau 2018 zu beginnen, hieß es. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts wäre dann laut Asfinag für 2025 geplant. Die Gesamtkosten für das umstrittene Großprojekt wurden mit 1,8 Milliarden Euro veranschlagt. Die Planungen für diesen Tunnel beruhen auf Beschlüssen aus dem Jahr 2005 vom damaligen Verkehrsminister Hubert Gorbach (BZÖ) und Häupl.