Dubrovnik. Nicht die gesamte Basis kann am Samstag dem SPÖ-Landesparteitag beiwohnen - vor allem viele aus der Reihe der älteren Generation. Die befinden sich nämlich gerade beim Frühjahrstreffen des SPÖ-nahen Pensionistenverbandes in Dubrovnik. Innerhalb der vergangenen vier Wochen haben rund 4500 Senioren die kroatische Stadt und auch Montenegro besucht. Der Wiener Landesparteitag ist aber auch dort Thema von Tischgesprächen.

Was sich in der Wiener SPÖ in den vergangenen Monaten abgespielt hat, bereitet vielen Sorgen, wie die "Wiener Zeitung" immer wieder hörte. "Der Häupl ist ein Sesselkleber - mit Superkleber", meint etwa eine mitgereiste Penzingerin. Sie versteht nicht, warum Parteichef Michael Häupl nicht schon längst den Weg für einen Nachfolger freigemacht hat. "Weil wir ihn noch für die Nationalratswahl brauchen", antwortet ein Herr aus Rudolfsheim-Fünfhaus. "Mir wäre lieber, wenn die Vassilakou gehen würde", raunt ein anderer aus Penzing. Seit die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou in der Stadtregierung sitze, interessiere ihn die SPÖ nicht mehr. "Die kümmern sich alle nur noch um die Radfahrer und wollen Sachen bauen, die Wien den Weltkulturerbestatus kostet."

"Streit hat nur geschadet"


Eine Frau aus Liesing findet es wiederum verkehrt, dass sich Häupl nicht für Wohnbaustadtrat Michael Ludwig als seinen Nachfolger starkmacht. "Wieso, der ist doch so furchtbar schwammig, den will doch keiner", erwidert die Dame aus Penzing. "Jetzt lasst’s doch endlich den Häupl in Ruhe!", meint ein anderer Liesinger. "Er wird schon wissen, wann der richtige Zeitpunkt für ihn ist - und vergesst’s nicht, was er alles für die Stadt gemacht hat." "Hat", erwidert der Penzinger. "Das ist ja das Problem, früher hat er noch was gemacht. Er ist damit groß geworden, dass er auf den Tisch gehaut hat - und jetzt sagt er, dass das vorgestrig ist, und rührt keinen Finger mehr."

Eine andere Liesingerin meint, die die Zeiten hätten sich eben geändert: "Ich hab noch Körner und Renner als Kind Blumen überreicht. Das waren Weltpolitiker - ansprechbar für jedermann. Auch der Zilk." "Ja, das waren noch Leute für Leute", stimmt der Herr aus Penzing zu. Der Liesinger meint darauf, dass das mit Häupls Rücktritt auch nicht besser werden würde. "Außerdem - was soll die ganze Rederei, er hat ja eh gesagt, dass er nach der Nationalratswahl geht. Die Streiterei hat nur der Partei geschadet. Soll er sich halt noch ein bisserl zurückhalten, der Ludwig."