Eine Kapazität von 70.000 Fahrzeugen weist derzeit der hafeneigene Autoterminal auf. Damit konnte das Geschäftsvolumen in diesem Bereich laut Holding um 30 Prozent gesteigert werden. - © Hafen Wien/Korrak
Eine Kapazität von 70.000 Fahrzeugen weist derzeit der hafeneigene Autoterminal auf. Damit konnte das Geschäftsvolumen in diesem Bereich laut Holding um 30 Prozent gesteigert werden. - © Hafen Wien/Korrak

Wien. (rös) Fast schon euphorisch wurde die Bilanz der stadteigenen Wien Holding GmbH am Montagabend den Journalisten bei einem Hintergrundgespräch im Ronacher präsentiert. "Das beste Ergebnis der vergangenen 15 Jahre", meinte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ).

Laut Geschäftsführer Peter Hanke hat der Konzern 2016 rund 4,3 Millionen Euro Gewinn gemacht. Gesamtumsatz, Eigenkapitalquote und Beschäftigungszahl seien ebenfalls gestiegen. Auch für das laufende Jahr zeigte sich Hanke optimistisch. Die Parameter für 2017 seien auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr - "zum Teil auch wenig darüber", wie er betonte.

Angesprochen auf die Stadtrechnungshofkritik vom Vorjahr, die vor allem auf die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH abzielte, meinte Hanke zur "Wiener Zeitung", dass bereits alle Empfehlungen umgesetzt würden - und zwar in allen 45 Unternehmungen, die sich im Mehrheitseigentum der Holding befinden. Insgesamt sind in der Holding 75 Unternehmungen gebündelt.

Heuer erstmals
Teilabschlüsse als Vorschau


Bei den Empfehlungen ging es unter anderem um die der Erstellung eines freiwilligen Teilkonzernabschlusses sowie um eine Überarbeitung der Unternehmensstrategie. "Wir ziehen die Teilabschlüsse heuer erstmals als Vorschau heran", erklärte Hanke. Die Teilkonzernabschlüsse habe es schon immer gegeben. Und zwar jeweils im dritten Quartal und zum Jahresabschluss. Jetzt gebe es sie bereits am Ende des zweiten Quartals, damit man steuern und gegensteuern könne.

Und was die Überarbeitung der Unternehmensstrategie betrifft, so würde generell eine Schärfung vollzogen, "um künftig Kleinstrukturen zu vermeiden", wie Hanke meinte. Das werde den Konzern die kommenden zwei Jahre beschäftigen, hieß es.

Die konkreten Bilanzzahlen des Vorjahres: Die Wien Holding GmbH kam 2016 auf rund 480 Millionen Gesamtumsatz. Das sind um 10 Millionen Euro mehr als 2015. Wobei die Vergleichszahlen jeweils um die "ebs Hauptkläranlage" bereinigt wurden, wie betont wurde. Denn diese ist seit April 2016 nicht mehr im Dach der Holding zu finden, sondern wurde wieder an die Stadt selbst übertragen. Den größten Umsatzbrocken - knapp 45 Prozent - spielte der Immobiliensektor ein, gefolgt von Logistik (38 Prozent), Kultur (15 Prozent) und Medien (2 Prozent).

Bruttowertschöpfung
von 1,3 Milliarden Euro


Eine noch wichtigere Rolle spielt der Baubereich bei den Investitionen. Gut 80 Prozent der Gelder oder 101 von 125 Millionen Euro, die die Wien Holding locker machte, entfielen auf diese Sparte, erklärte Co-Geschäftsführerin Sigrid Oblak. Wobei der Gesamtwert im Vergleich etwas gesunken ist: 2015 betrugen sie noch 134 Millionen Euro. Finanzstadträtin Brauner zeigte sich trotzdem erfreut, dass es gelungen sei, die Summe "trotz schwieriger Zeiten auf hohem Niveau zu halten".