Die Details: Laut Meidlinger funktioniere das System derzeit so, dass sich in neun verschiedenen "Gehaltsbändern" alle Berufe wiederfinden müssen. Und das bei mehr als 260 Berufsgruppen und 60.000 Mitarbeitern in der Stadt. Der sehr komplexe Nebengebührenkatalog regelt dabei je nach Berufsgruppe das Gehaltsschema. "Künftig sind fünf Zuwendungsgruppen mit 26 Gehaltsbändern vorgesehen", erläuterte Meidlinger im Gespräch mit der "Wiener Zeitung." Der Nebengebührenkatalog - laut Czernohorszky acht Zentimeter dick - wird zu Gänze abgeschafft.

Was sich die Stadt davon erwartet? Auf alle Fälle mehr Flexibilität im Einsatz der Personalressourcen, wie Czernohorszky erklärte. Auch die Durchlässigkeit und die interne Mobilität sollen sich durch die Reform erhöhen. Kostenmäßig würden die ersten Jahre aufgrund des höheren Einstiegsgehaltes teurer werden, aber auf lange Sicht soll die Besoldungsreform der Stadt Einsparungen bringen, hofft der Stadtrat.

Weniger Urlaub


Finanzielle Verluste für die Bedienstete seien keine zu erwarten - man habe versucht, die "Lebensverdienstsummen vom alten und vom neuen System "auszubalancieren", wie es die Bereichsdirektorin für Personal und Revision, Martina Schmied, ausdrückte.

Kleine Unterschiede räumte aber Meidlinger dann doch ein: So fällt etwa künftig die zusätzliche Urlaubswoche für "länger Gediente" weg. Im bestehenden System gibt es nämlich ab dem 57. Lebensjahr drei Tage und ab dem 60. noch einmal zwei Tage Urlaub extra. Künftig sind nur noch insgesamt 30 Urlaubstage pro Jahr vorgesehen. Auch den Abzug eines Urlaubstages, falls während der Urlaubszeit ein Feiertag auf einen Samstag fällt, werde es künftig nicht mehr geben, meinte der Gewerkschafter.

Beamtenpensionen bleiben


Einen unmittelbaren Reformbedarf bei den Wiener Beamtenpensionen sieht Czernohorszky im Übrigen nicht. Hier wird ja immer wieder seitens der Opposition kritisiert, dass das Wiener Modell zu großzügig sei und es an das des Bundes angeglichen werden sollte. Auf Nachfrage meinte der Stadtrat, es gehe ihm vielmehr darum, die Pensionen leistbar zu halten. "Wir wollen die Pensionen sichern und nicht rauben", so Czernohorszky. Und Meidlinger sprach von einem "Pensionsmärchen", das die Opposition gerne verbreite. "Tatsache ist, dass wir in Wien höhere Pensionssicherungsbeiträge haben als der Bund", so der Gewerkschafter.