Wien. In der U-Bahn, am Kaffeehaustisch, beim Spazieren durch die Straßen: Überall lassen die Menschen ihre Köpfe hängen. Doch was früher noch als Ausdruck von Traurigkeit galt, ist mittlerweile längst zum Symptom einer Smartphone-Abhängigkeit geworden.

"Smombies", das heißt Smartphone-Zombies, prägen unseren Alltag - unabhängig davon, ob man selbst einer ist oder sich bloß über die Smombies ärgert. Und auch wenn diese Wortschöpfung seit ihrer Wahl zum Jugendwort des Jahres 2015 langsam wieder aus dem aktiven Sprachgebrauch verschwindet, hat das Phänomen dahinter keineswegs an Aktualität verloren.

Mit dem ständigen Blick aufs Handy nervt man allerdings nicht nur seine Mitmenschen, sondern gefährdet sich unter Umständen auch selbst. Abgesehen von den sozialen Folgen des exzessiven Umgangs mit Smartphones steht nämlich oft auch die körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel.

Tödliche Unfälle beim Selfie-Machen bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Gravierender sind die Auswirkungen der Smartphonenutzung auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Denn iPhone & Co lenken ab, egal, ob man telefoniert, Musik hört oder irgendwelche Apps nutzt.

Das macht sich auch in den Verkehrsunfallstatistiken bemerkbar. Laut Sabine Kaulich, Verkehrsexpertin vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), ist Ablenkung und Unachtsamkeit in den letzten Jahren an die erste Stelle der Unfallursachen im Straßenverkehr gerückt. In den Jahren vor Aufkommen des Smartphones galt hingegen erhöhte Geschwindigkeit als Hauptursache für Unfälle. Der Statistik Austria zufolge waren allein im Jahr 2015 insgesamt 38 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf abgelenkte Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. Allerdings präzisieren die Daten nicht, welche Ablenkungsquellen für die jeweiligen Unfälle ausschlaggebend waren.

Fußgänger besonders gefährdet

Für Sabine Kaulich ist der Zusammenhang mit dem Smartphone jedoch eindeutig gegeben. Um die Lücke in der Statistik zu schließen, hat das KfV in den letzten Jahren daher mehrere Studien über Ablenkungsquellen im Straßenverkehr durchgeführt.

Obwohl das Smartphone natürlich nicht das Einzige ist, wovon sich die Menschen ablenken lassen, ist es bei allen untersuchten Verkehrsteilnehmern jedoch unter den drei häufigsten Ablenkungsursachen - mit Ausnahme der Motorradfahrer sogar immer auf Platz eins.