Wien. 52 starre Poller gegen Ramm-Angriffe rund um das Rathaus, 25 Poller am Universitätsring, 11 Poller vor der Einfahrt zur Kärntner Straße, eine noch unbekannte Zahl an Pollern bei vier Zufahrten zur Mariahilfer Straße - und Kosten von 1,5 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der Arbeit eines Gremiums, das sich seit Jahresbeginn mit Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorbedrohung im öffentlichen Raum beschäftigt hat.

"Unter diese Arbeit können wir jetzt ein Hakerl machen", sagte Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl, der zusammen mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Vertretern der Magistratsdirektion das Maßnahmenpaket bei einem Hintergrundgespräch am Freitag präsentierte. Den beiden zufolge soll das Paket im Vorfeld der EU-Ratspräsidentschaft im Frühjahr 2018 umgesetzt werden.

Start beim Rathausplatz

50 Prozent der jüngsten Terroranschläge sind in Form von Ramm-Angriffen geschehen, erklärte Pürstl. Also jene Fälle, wo Fahrzeuge mit schwerwiegenden Folgen in Menschenmengen hineingerast sind. In Wien habe es zwar noch keine Terror-Drohungen gegeben, es gelte aber - so wie auch in allen anderen EU-Städten - eine "erhöhte abstrakte Gefährdungslage", wie der Polizeipräsident weiter ausführte.

Begonnen werden soll mit den Maßnahmen beim Rathausplatz - immerhin finden dort an 300 Tagen im Jahr Veranstaltungen statt, wie Vassilakou und Pürstl betonten. Konkret werden bei den Einfahrten der Felderstraße und der Lichtenfelsgasse jeweils 26 sogenannte ziehbare Poller aufgestellt. Und zwar so, dass Einsatzfahrzeuge weiterhin zufahren können - allerdings nur im Schritttempo. Ziebahr heißt übrigens, dass die Poller mit Kränen jederzeit entfernt werden können. Auf der Burgtheaterseite sind vor dem Universitätsring 25 fixe Poller vorgesehen. Für Veranstaltungen, die noch vor der Umsetzung des Sicherheitskonzeptes stattfinden - wie etwa der Christkindlmarkt -, seien temporäre Maßnahmen vorgesehen, wie etwa das bereits bewährte Aufstellen von Müll-Containern oder eine verstärkte Polizeipräsenz, hieß es.

Was die Kärntner Straße anbelangt, wird es voraussichtlich nur am Beginn, von der Oper kommend, Barrieren geben: Hier sind insgesamt 11 Poller vorgesehen. Der Lieferverkehr wird auf die Seitengassen umgeleitet.