Wien. Die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) wird in den nächsten Tagen die - bereits für 2016 avisierte - Studie zum umstrittenen Lobautunnel präsentieren. Nachdem die "Wiener Zeitung" berichtet hatte, dass die Ressortchefin die Studie zurückhält, kündigte Vassilakou die Veröffentlichung am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal an. Details zum Inhalt nannte sie nicht.

Ursprünglich sei geplant gewesen, noch das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abzuwarten, sagte sie. Nach dem Vorwurf wolle sie aber die von internationalen Experten erstellte Studie nun früher präsentieren.

SPÖ pocht auf Autobahn

Zum ersten Mal hatte die grüne Stadträtin 2016 angekündigt, erörtern zu lassen, welche Alternativen es zum Tunnel unter dem Nationalpark gibt. Dieser sorgt seit Jahren für Unstimmigkeiten in der rot-grünen Stadtregierung. Denn die Öko-Partei ist gegen das Bauwerk, die SPÖ pocht hingegen auf den den Bau der zwei Milliardenschweren und 19 Kilometer langen Autobahn zwischen Süßenbrunn und dem Knoten Schwechat.

Seit September des Vorjahres prüft das Bundesverwaltungsgericht den positiven Umweltverträglichkeitsbescheid des Verkehrsministeriums für das Schnellstraßenprojekt unter dem Nationalpark. Der - in erster Instanz erteilte - positive Bescheid wurde von diversen Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen beeinsprucht. Am Montag und Dienstag wurde das Thema Lärm verhandelt. Wann es eine Entscheidung gibt, ist offen.

Seit 14 Jahren ist das Projekt der republikseigenen Autobahngesellschaft Asfinag in Planung. Es ist das größte Infrastrukturprojekt Österreichs.