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Wien. Sie waren bereits in der Josefstadt und im Alsergrund und haben zurzeit in der Zollergasse in Neubau Station bezogen. Die Rede ist nicht von Foodtrucks, sondern von den sogenannten Nomadenbaustellen, die derzeit in Wien alles für den Aus- und Umbau der U2 und die neue U5 vorbereiten. "Diese Nomadenbaustellen sind kleinräumige Baustellen, die von Ort zu Ort weiterziehen", so eine Sprecherin der Wiener Linien zur "Wiener Zeitung". Zu Beeinträchtigungen des Verkehrs komme es dadurch noch nicht.

Noch nicht. Denn der U-Bahn-Ausbau ist ein Mega-Projekt der Stadt Wien, das sich bis zum Jahr 2030 oder darüber hinaus ziehen wird. Es ist das erste Projekt dieser Art seit der U3 in den 1990er Jahren. Die Vorbereitungen dafür laufen schon lange. Mit 30 bis 35 Metern Tieflage werden die neuen U2-Stationen zu den tiefsten im Wiener-U-Bahn-Netz gehören.

An vielen Orten in Wien wird bereits abgesperrt, gegraben und verlegt. Von den ersten Umbauarbeiten betroffen sind die Bezirke 1, 5, 6, 7, 8, 9 und 10. Bei diversen U-Bahnstationen werden etliche Wasser-, Gas-, Strom- und Datenleitungen sowie der Kanal von den jeweiligen Betreibern versetzt, um für den Bau der künftigen Stationen Platz zu machen.

Matzleinsdorfer Platz: Eine große Baustelle gibt es bereits. Seit Ende Jänner wird auf der Triester Straße zwischen Quellenstraße und Matzleinsdorfer Platz umgebaut. Dort kam es bereits zu Fahrstreifensperren und zu geänderten Verkehrsführungen. Auch die Reinprechtsdorfer Straße wird einspurig geführt, da die Busspur stadteinwärts entfällt. Genau unter dem Matzleinsdorfer Platz befindet sich eine der größten Wasserrohrkreuzungen der Stadt. Diese vier Rohre müssen verlegt werden, damit die U2 genügend Platz hat. Die Bauphase dauert voraussichtlich bis September.

Der Taxistandplatz Grünwaldgasse wird voraussichtlich noch im Februar in die Wiedner Hauptstraße verlegt.

Ab Februar werden auf der Mariahilfer Straße zwischen Zollergasse und Kirchengasse Pflastersteine abgetragen und zwischengelagert. Dort wird in Vorbereitung auf die U-Bahn ein Sammelschacht für Kabeln etc. eingebaut. Der Wiener City-Marathon im Mai könne aber ohne Einschränkungen stattfinden, heißt es.

Matzleinsdorfer Platz und Pilgramgasse: Im Herbst wird mit dem eigentlichen Bau begonnen, und zwar südlich des Matzleinsdorfer Platzes und bei der Pilgramgasse. Beim Matzleinsdorfer Platz startet die Tunnelbohrungsmaschine, die mit einer unterirdischen Baumethode den Tunnel bis zur Neustiftgasse graben wird.

Ab der Neustiftgasse im 7. Bezirk kommt laut Wiener Linien die Neue Österreichische Tunnelbaumethode zum Tragen, die die Eigentragfähigkeit des Geländes nutzt. "Je nach dem wie die Begebenheiten sind, kommt die entsprechende Methode zum Einsatz", sagte die Sprecherin. Die Neue Österreichische Tunnelbaumethode habe sich seit den 1970er Jahren bewährt und sei international anerkannt.

Neben dem Matzleinsdorfer Platz wird bei der Pilgramgasse begonnen. Ab Herbst wird die Baustelle dort eingerichtet, sprich der Wienfluss wird überplattet, "damit möglichst wenig allgemeine Fläche für die Bauarbeiten in Anspruch genommen werden", erklärt die Sprecherin der Wiener Linien.

U4 Pilgramgasse gesperrt


Während die U4 in den Sommerferien 2019 zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse eingestellt wird, werden auch Arbeiten für die künftige U2 erledigt. Ab Februar 2019 muss die grüne Linie ein Jahr lang ohne Halt durchfahren. In dieser Zeit wird die gesamte Station Pilgramgasse abgetragen, neu errichtet und das Stationsgebäude neu gestaltet. Das Otto-Wagner-Gebäude auf der Pilgrambrücke bleibt erhalten.

Eine weitere langfristige Sperre wird es ab Sommer 2019 geben: So muss die U2 auf dem Teilstück zwischen Schottentor und Karlsplatz komplett gesperrt werden. In dieser Zeit wird die Trasse für den Betrieb der U5 - sie fährt ja dann zwischen Karlsplatz und Rathaus auf der jetzigen U2-Route - vorbereitet. Das inkludiert auch die Errichtung von Bahnsteigtüren, die sich zum Ein- und Aussteigen öffnen, wenn ein Zug in der Station steht. Denn die U5 wird vollautomatisch, also ohne Fahrer, unterwegs sein.

"Ganz ohne Einschränkungen kann ein so großes Vorhaben leider nicht abgewickelt werden", so Peter Lenz, Baustellenkoordinator der Stadt Wien. Auch werde auf Ereignisse wie Marathon und EU-Ratspräsidentschaft mit Baustopps Rücksicht genommen.