Wien. Die Krokodile im Wiener Haus des Meeres mögen auf Beobachter so träge wirken, wie es für ihre Art nun einmal typisch ist. Wenn es darauf ankommt - und ums Futtern geht -, können sie aber auch anders: "Unsere Gaviale kommen auf Zuruf und machen 'Sitz'", schilderte Direktor Michael Mitic die Früchte der "Krokodilschule" in seinem Haus, die den Reptilien Abwechslung im Zoo-Alltag bringen soll.

Im Vergleich zu Schlangen oder Schildkröten seien Krokodile nicht nur besonders klug, sondern auch äußerst lernbereit - "quasi die Hunde unter den Reptilien", meinte Mitic. Sie erlernen relativ schnell Kommandos, die den Umgang mit ihnen vereinfachen und auch zur Arbeitssicherheit beitragen.

Die beiden Sunda-Gaviale Adam und Eva werden mehrmals wöchentlich trainiert. Zum Einsatz kommen ein farblich markierter Stab, der die Richtung vorgibt, und ein Clicker, wie beim Hundetraining. Wenn der Gavial kommt und mit der Nase den Stab berührt, gibt's ein Leckerli. Adam und Eva könnten so stressfrei an jeden Ort ihrer Anlage manövriert werden, sagte Mitic. Die beiden können auch zwischen ihren Namen unterscheiden. "Wenn seine Pflegerin ihn ruft, begibt sich Adam aus jedem beliebigen Eck der Anlage mit seinen gut 300 Kilogramm auf direktem Weg zu ihr."