Laut Hanke soll innerparteilich mehr kommuniziert und die Schnittstellen sollen besser bedient werden. - © Stanislav Jenis
Laut Hanke soll innerparteilich mehr kommuniziert und die Schnittstellen sollen besser bedient werden. - © Stanislav Jenis

Wien. Vor vier Wochen war er noch Geschäftsführer der Wien Holding, jetzt ist er der neue Finanzstadtrat von Wien. Peter Hanke kann im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Renate Brauner keine Parteilaufbahn vorweisen, dafür aber mehr als zwei Jahrzehnte Managertätigkeit. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" lässt der Neo-Stadtrat mit einigen Ansagen aufhorchen.

"Wiener Zeitung": Wie geht es Ihnen als neuer Finanzstadtrat?

Peter Hanke: Es geht gut. Es ist eine spannende Aufgabe. Nachdem ich mehr als zwei Jahrzehnte die Wien Holding führen durfte und dort auch immer mit großen Zahlen konfrontiert war, ist jetzt noch einmal ein großer Sprung erfolgt: Vorher waren es mehr als 500 Millionen Euro, für die ich verantwortlich war, jetzt geht es um ein Budgetvolumen von 14 Milliarden Euro. Das ist schon etwas, wo man hineinwachsen muss.

Warum tut man sich so etwas an?

Weil man gestalten möchte und weil man es natürlich einmalig findet, in einer Weltstadt wie Wien für die Finanzen und die wirtschaftliche Entwicklung die Verantwortung übernehmen zu dürfen.

Was werden Sie anders machen als Ihre Vorgängerin Renate Brauner?

Es geht nicht um anders, es geht um die Situation, in der man diese Aufgabe übernimmt. Ich bin in der glücklichen Situation, in Zeiten des finanziellen Aufschwungs bestellt zu werden. Da hat man die Möglichkeit, auch andere Spielräume zu bekommen. Und diese Spielräume in der Gestaltung von Budgets möchte ich nützen, um in der Trilogie zwischen Digitalisierung, Finanzen und Wirtschaft neue Wege zu gehen. Ich glaube aber auch, dass das, was in der Vergangenheit gemacht wurde - nämlich in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu investieren -, der richtige Weg war.

7 Milliarden Euro Schulden: Die Opposition spricht immer von einem Finanzdesaster - wie gestaltet sich die Situation in Ihren Augen?

Die wirkliche Situation ist - und die durfte ich nach den ersten Wochen des Einarbeitens und jetzt insbesondere mit der Vorlage des Rechnungsabschlusses 2017 noch einmal auf den Punkt bringen -, dass wir den Konsolidierungspfad sogar übererfüllen. Das sagt eigentlich schon alles.

Sie haben gleich von Beginn an gesagt, Sie wollen sparen, aber nicht bei den Menschen. Aber wo kann man denn überhaupt noch sparen? Der Personalstand trotz wachsender Stadt ist seit Jahren gleich und Effizienzsteigerungen werden in der Verwaltung ebenfalls schon jahrelang vorangetrieben.

Ich möchte die internen Strukturen der Stadt durchaus mit großen Unternehmen vergleichen, die am Markt aktiv sind. Das bedeutet, dass man Jahr für Jahr die Dinge zu optimieren hat. Das ist schließlich kein Prozess, der einmal begonnen und nach zwei Jahren beendet wird. Das ist eine Aufgabe, wo wir versuchen müssen, uns mithilfe neuer Technologien neu aufzustellen. Und gerade in der Digitalisierung liegt die Chance, Abläufe klarer und schneller zu machen. Aber auch in der externen Übersetzung, wo wir die Möglichkeiten haben, Prozesse kürzer zu gestalten und für Einzelunternehmer, für Großkonzerne ein attraktiver Partner zu bleiben.