Wie oft werden Sie abgewiesen?

Selten. Origineller Weise einmal in Stift Melk. Dort hat es geheißen, der Gäste-Pater ist zur Zeit nicht da. Deshalb könne man mir nicht weiterhelfen. Ich durfte mich dann zum Übernachten außen an die Klostermauer legen. Da wunderst du dich schon. Es ist ein Stift von monumentalen Dimensionen. Und dann haben die kein Plätzchen frei.

Was war bisher während Ihrer Reise am schwierigsten?

Ich bin kein Leistungssportler, kein Indiana Jones oder Rüdiger Nehberg, der durch Deutschland wandert und sich von überfahrenen Igeln ernährt. Die körperlichen Herausforderungen habe ich unterschätzt. Mir hat zum Beispiel die Hitze während der ersten Tage extrem zugesetzt.

Übernachten Sie auch bei Leuten, die Sie kennen?

Nein. Denn, wenn ich Kaffee bekomme und eine Waschmaschine zur Verfügung steht, holt mich die Komfortzone ein.

Was führen Sie für eine Ausrüstung mit?

Nur das Notwendigste, wie Gewand, Zahnputzzeug oder ein Taschenmesser. Das iPhone, ein Regenschirm. Der einzige persönliche Gegenstand ist ein Foto meiner Tochter.

Ist es eine große Hürde, Menschen um etwas zu bitten?

Obwohl ich lange als Journalist gearbeitet habe, ist diese Schwellenangst immer noch da. Aber es wird einfacher. Natürlich schätzt man die Menschen ein und überlegt, ob man Chancen hat. Da entwickelt man ein Sensorium. Jeden anzuquatschen, wäre sehr frustrierend. Eines ist klar: Wenn man richtig hungrig oder durstig ist, dann ist die Schwellenangst plötzlich Wurscht.