Wien. Nachdem Wien vor zwei Wochen die Verhandlungen über eine separate Ortstaxe-Lösung mit Airbnb abgebrochen hatte, wendet sich die Buchungsplattform am Dienstag mit einem offiziellen Brief an Wien. Man stehe für die Wiederaufnahme der Gespräche zur Verfügung, versichert Geschäftsführer Alexander Schwarz in dem Schreiben. Die Differenzen seien lösbar.

Man habe mit großem Bedauern die Entscheidung Wiens vernommen, die Verhandlungen über den Abführungsmodus der verpflichtenden Ortstaxe abzubrechen. "Wir sind dennoch weiterhin überzeugt, dass die offenen Punkte bei gegenseitiger Annäherung überwunden werden können", betonte Schwarz, zuständig für den deutschsprachigen Raum bei Airbnb, in der an Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) adressierten Mitteilung.

Stadt fehlt
Kontrollmöglichkeit


Ausschlaggebend für die Causa ist eine Novelle des Wiener Tourismusförderungsgesetzes aus 2017, mit der neue Bestimmungen für Online-Plattformen eingeführt wurden. Herzstück hierbei ist die verpflichtende Datenübermittlung an die Stadt, um die Abführung der vorgeschriebenen Ortstaxe sicherzustellen. Als Alternative können die Anbieter Vereinbarungen mit dem Rathaus treffen, um etwa die Ortstaxe selbst einzuheben und gesammelt an die Stadtkasse abzuführen.

Die Stadt hatte nach mehr als einem Jahr die Verhandlungen um eine solche Sonderlösung für Airbnb abgebrochen. Weder akzeptiere das Unternehmen österreichisches Recht noch ermögliche man der Stadt irgendeine Kontrollmöglichkeit über die Korrektheit der überwiesenen Ortstaxe-Summe, monierte Hanke.

"Differenzen sind
allesamt lösbar"


Airbnb-Chef Schwarz sieht die Sache allerdings nicht allzu tragisch: "Wie bereits den beiden zuständigen Magistratsabteilungen mitgeteilt, erachten wir die öffentlich angebrachten Differenzen, die als ausschlaggebende Begründung für den Abbruch der Verhandlungen genannt werden, allesamt als lösbar."

Für ein automatisiertes Einziehen der Ortstaxe durch Airbnb führt er auch die Entlastung der Bürokratie und nicht zuletzt das Ansinnen Wiens ins Treffen, "digitale Hauptstadt Europas" zu werden. Einmal mehr betonte das Unternehmen, dass derartige Vereinbarung mit inzwischen 400 Städten und Regionen getroffen worden seien.