Wien. Die Stadt Wien warnt vor der geplanten Kategorisierung arbeitsloser Menschen. Die Segmentierung im Arbeitsmarktservice könnte "schwerwiegende Folgen" für den Wiener Arbeitsmarkt haben, wird in einem Brief an Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) gewarnt. Befürchtet wird, dass vor allem Langzeitarbeitslose kaum mehr in den Jobmarkt finden.

Das Schreiben wurde von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke und Sozialstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) verfasst. Sie kritisieren die "personalisierte Arbeitsmarktbetreuung", die ab 2020 vorgesehen ist. Mittels Algorithmus würden Arbeitslose in drei Segmente - A, B und C - unterteilt. Menschen, deren Job-Integrationschance als niedrig eingestuft werden, würden in die Kategorie C fallen.

Laut den SPÖ-Politikern fallen in Wien rund 61.000 Personen in die Kategorie C. Für diese würde es kaum mehr eine Möglichkeit geben, sie in sozialökonomischen Betrieben zu beschäftigen, auch die Unterstützung durch Berater werde eingeschränkt, so die Kritik. "Die Gemeinde Wien befürchtet, dass dies heute schon die Situation von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit bzw. in der Mindestsicherung dauerhaft fortschreiben und manifestieren wird." Viele Fragen seien noch offen, wird im Rathaus beklagt.

In dem Schreiben werden nun Antworten verlangt. Informationen werden etwa über die künftige Betreuung von Personen, die sich in der Kategorie C befinden, erbeten. So will die Stadt Wien, ob dem AMS für die Vermittlung von Kunden aus dem C-Segment mindestens gleich hohe Mittel zur Verfügung stehen, wie das auch bisher der Fall war".