Wien. Nach dem Unfalltod eines neunjährigen Buben in Wien und den dadurch ausgelösten Initiativen für mehr Sicherheit im LKW-Verkehr gibt es nun erste Schritte in Richtung sichere Straßen. Die Stadt Wien will ihren rund 500 Lkw umfassenden Fuhrpark mit Abbiegeassistenten umrüsten, und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) hat einen Verkehrsgipfel angekündigt, bei dem über Möglichkeiten zur Verbesserung der Lkw-Sicherheit beraten werden soll. Zunächst fliegt er jedoch nach Japan.

Bei dem Gipfel soll erörtert werden, welche rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten es gibt, um die Sicherheit von Lkws auf Autobahnen, Schnellstraßen und in den Städten zu verbessern. Man wolle feststellen, welche Kosten mit den Maßnahmen verbunden wären und wie schnell sie umgesetzt werden könnten. Ziel sei auch, die Debatte von Parteipolitik wegzubekommen, sagte Hofer. "Man kann in der Stadt einiges tun, um das Abbiegen sicherer zu machen", sagte der Minister, der bekanntlich Rechtsabbiegen bei Rotlicht erlauben möchte.

Wien rüstet um

In Wien werden bereits konkrete Schritte gesetzt. Die Stadt will ihren Fuhrpark mit Abbiegeassistenten umrüsten. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) kündigte am Montag im APA-Gespräch an, ab sofort ein entsprechendes System testen zu wollen. Schon gegen Ende der Woche soll klar sein, ob es zur serienmäßigen Umrüstung taugt. Gibt es grünes Licht, soll der Umbau ab kommender Woche erfolgen.

"Ich habe schon in der Vorwoche den Auftrag gegeben, das so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen", versicherte Sima. Jener Hersteller, der die Fahrzeuge der Stadt stellt, habe nun ein System genannt, das kompatibel sei, erklärte die Stadträtin: "Wird der Blinker betätigt, wird eine Kamera aktiviert. Befindet sich etwas in diesem Blickfeld, ertönt ein Signal." Noch am heutigen Montag werde der Assistent in ein Testfahrzeug eingebaut. "Das ist bis Mitte der Woche abgeschlossen", kündigte die Ressortchefin an.

Nach wenigen Tagen des Testens soll feststehen, ob der flächendeckende Einbau den gewünschten Nutzen bringt. Ist das der Fall, werde der Einbau ab Beginn der kommenden Woche schnell umgesetzt, versprach Sima. Dabei geht es unter anderem um rund 300 Müllfahrzeuge der MA 48. 3.000 Euro kostet das System pro Fahrzeug, bei Neuanschaffungen soll der Abbiegeassistent bereits mitgeliefert werden.