Gefährliche Stellen sind der Stadt seit 2015 bekannt. - © apa/Rohrbacher
Gefährliche Stellen sind der Stadt seit 2015 bekannt. - © apa/Rohrbacher

Wien. Nach dem Tod eines Neunjährigen Ende Jänner in Wien fordern die Neos nun Maßnahmen, um die Schulwege in der Bundeshauptstadt verkehrssicherer zu machen. Dafür soll das Rathaus ein Sonderbudget von 13,8 Millionen Euro locker machen, schlug Klubchef Christoph Wiederkehr am Dienstag vor. Denn so viel würde es kosten, um pro Bezirk die drei gefährlichsten Kreuzungen beziehungsweise Stellen zu entschärfen. Neos-Verkehrssprecherin Bettina Emmerling geht hierbei von 200.000 Euro pro Hotspot und insgesamt 69 zu entschärfenden Stellen aus.

Die jüngste Ankündigung von Rot-Grün, den Fuhrpark des Magistrats mit Abbiegeassistenten nachrüsten zu wollen, begrüßen die Pinken. "Das ist sinnvoll und wichtig", meinte Wiederkehr in einer Pressekonferenz. Ihm fehle allerdings die "Gesamtperspektive" auf das Thema. Übrigens will nun auch Klagenfurt öffentliche Lkws mit Abbiegeassistenten nachrüsten, bei Bundesheer und Post wird gerade geprüft. Dem Verkehrsclub Österreich geht das indes nicht weit genug, er fordert eine Nachrüstung des gesamten öffentlichen Lkw-Fuhrparks.

Hotspots seit 2015 öffentlich

Die Stadt wisse seit vielen Jahren, wo sich Gefahrenstellen rund um Wiener Schulen befinden. Seit 2002 würden sie nämlich von der MA46 (Verkehrsorganisation) systematisch erhoben und auch veröffentlicht, verwies der Neos-Klubobmann auf die online abrufbaren Schulpläne für beinahe jede Volksschule. Trotzdem würden die Problemstellen nur zögerlich beseitigt - was Wiederkehr damit erklärt, dass sich beispielsweise die Wiener Linien bei Geschwindigkeitsbeschränkungen querlegten oder für nötige Umbauten weder Stadt noch Bezirke Geld frei machen wollten. Die Neos sehen jedoch akuten Handlungsbedarf, denn allein 2018 seien insgesamt 70 Wiener Kinder und Jugendliche durch Unfälle am Schulweg verletzt worden seien. Erst Montagfrüh wurde wieder ein Neunjähriger in Penzing von einem Auto leicht verletzt, als er zu einer Straßenbahn lief.

An einigen Orten ließen sich laut Neos leicht Verbesserungen erzielen, beispielsweise bei Sträuchern oder Ampelschaltkästen, die die Sicht für Kinder einschränken. Auch gebe es Absurditäten wie Zebrastreifen, vor deren Benutzung in den Schulwegplänen ausdrücklich abgeraten werde, etwa nahe der Volksschule Rötzergasse. "Ein Schutzweg, vor dem explizit gewarnt wird, kann nicht der Verkehrssicherheit letzter Schluss sein", so die Neos.