Wien. Die Wiener Linien haben im Jahr 2018 erneut Rekorde bei Jahreskarten und Fahrgästen erzielt: 822.000 Dauerticketbesitzer wurden gezählt, um 44.000 mehr als im Vorjahr. Die Passagierzahl kletterte von 961,7 auf 965,9 Millionen. Allerdings: Die Hauptstädter legten zuletzt wieder mehr Wege per Auto zurück. Der Anteil des Pkw-Verkehrs stieg nämlich von 27 auf 29 Prozent, wie der "Modal Split" zeigt.

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) nahm diese Entwicklung zum Anlass, einmal mehr eine - nicht nur von der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner SPÖ bisher abgelehnte bis äußerst skeptisch betrachtete - City-Maut für Wien ab der Stadtgrenze zu fordern. Die Ressortchefin berichtete von "konstruktiven Gesprächen" mit allen Gemeinderatsfraktionen - und sie versicherte: "Ich werde weiterhin nicht locker lassen, für eine Citymaut einzutreten."

Die am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz der Wiener Linien präsentierten Zahlen geben Auskunft darüber, welche Art der Fortbewegung die Bevölkerung für ihre Wege wählt. 2017 entfielen 38 Prozent auf die öffentlichen Verkehrsmittel, 28 auf das Zu-Fuß-Gehen, 27 Prozent auf das Auto und sieben Prozent auf das Fahrrad. Bei Öffis und Radfahrern gab es 2018 keine Verschiebung.

"Schleife kommt auf jeden Fall"

Was die Öffis betrifft, präsentierten die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer die anstehenden Projekte. Sima rief bei der Gelegenheit das "Jahr der Straßenbahnen" aus. Sie verwies auf das bereits bekannte Ausbaupaket, in dessen Zentrum die neue Linie 11 steht. Sie fährt ab Herbst zwischen Otto-Probst-Platz und Kaiserebersdorf und übernimmt einen guten Teil des bisherigen 6ers. Dieser wird gekürzt und erhält - nach längeren Diskussionen - eine neue Umkehrschleife bei der Geiereckstraße in Simmering statt in Favoriten. Simmerings Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) zeigte sich den Plänen zuletzt ablehnend gegenüber. Sima stellte klar, sie bemühe sich um gutes Einvernehmen, werde den Bezirk notfalls aber "overrulen" - sprich: Die geplante Schleife kommt in jedem Fall.

Insgesamt investieren die Wiener Linien im heurigen Jahr mehr als 435 Millionen Euro. Neben dem Weiterbau am U2/U5-Linienkreuz und Sanierungsprojekten werden heuer 16 weitere Flexity-Bims angeschafft. Sie sollen auf den Linien 6, 67 und 71 eingesetzt werden. Die Umstellung der Busflotte auf Dieselantrieb soll ebenfalls vor Jahresende abgeschlossen sein. Dazu kommt das Vorhaben, neben den drei City-Linien 2A und 3A auch den 4A auf Elektro-Betrieb umzustellen. Dabei handelt es sich erstmals um Zwölf-Meter-Busse.