Apropos EU-Wahl: Mit der Nominierung von Köchin Sarah Wiener für den zweiten Listenplatz hat Hebein - anders als ihr Gemeinderatskollege Martin Margulies, der mehr Show als Inhalt monierte - kein Problem. "Ich finde es klass’, dass spannende starke Frauen kandidieren." Zum "Jammern" habe sie außerdem keine Zeit. Denn es gehe bei der Europawahl um die Frage: "Europa der Konzerne oder Europa der Menschen." "Gelassen" zeigt sich die Wiener Frontfrau auch vom Antritt des Ex-Grünen Johannes Voggenhuber für die Liste Jetzt. "Ich finde es gut, wenn sich Jung wie Alt politisch engagieren und in diesem Fall auch jemand aus der Politikpension zurückkehrt."

Hebein und Vassilakou wollen zusammenarbeiten

Bekannt wurde auch, wann Birgit Hebein Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin und Verkehrs- und Planungsstadträtin ablösen wird. "Wir werden Ende Juni den Übergang vollziehen. Bis dahin arbeiten wir engstens zusammen", kündigte Hebein an.

Vassilakou, seit 2010 Ressortchefin und Bürgermeister-Stellvertreterin, hatte im Herbst des Vorjahres ihren Rückzug bis spätestens Sommer 2019 angekündigt. Darauf wurde Hebein, bisherige Sozialsprecherin im Gemeinderat, im Zuge eines neuen Wahlmodus zur Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl 2020 und somit automatisch zur Nachfolgerin Vassilakous in der Stadtregierung auserkoren.

Bisher war unklar, wann die Stafette übergeben wird bzw. ob der Wechsel nicht doch vorgezogen wird, um die Übergangsphase zu verkürzen. Jetzt steht fest, dass die Rochade nach der Rechnungsabschlussdebatte (24. und 25. Juni) und damit im Zuge des Gemeinderats-Kehraus vor der Sommerpause über die Bühne geht.

Bis dahin will Hebein noch an ihrer Bekanntheit arbeiten. Wobei sie "beim Billa in meinem Bezirk" (Rudolfsheim-Fünfhaus, Anm.) oder in der U-Bahn inzwischen schon öfter angesprochen werde, wie sie sagt. Breit in den Fokus gerückt werden soll die neue grüne Nummer eins dann im Frühjahr beziehungsweise Frühsommer mit einer Persönlichkeitskampagne. Noch nicht klar ist, ob diese schon vor der EU-Wahl, die Ende Mai stattfindet oder erst nachher gestartet wird. Hausbesuche will die Wiener Partei ebenfalls fokussieren.

Inhaltlich möchte Hebein in den kommenden Monaten, auch in Erwartung eines neuerlichen Hitzesommers, den Klimawandel ins Zentrum rücken, den sie mit der sozialen Frage verknüpfen will: "Die Klimakrise trifft vor allem alte und kranke Menschen sowie Kinder." Bei der Setzung von Maßnahmen dagegen spielten natürlich ihre künftigen Hauptagenden, Verkehr und Stadtplanung, eine wesentliche Rolle, sagt Hebein.

Hinsichtlich eigener Initiativen ist Hebein gerade am Ideensammeln. "Ich probiere gerade aus, wie viel Gespräche man an einem Tag führen kann", erzählt sie von Besuchen in Bezirken, bei Abteilungsleitern im Rathaus, aber auch bei zahlreichen Bürgern, die sich engagieren wollen.