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Wien. Bei den Wiener Grünen verabschiedet sich ein Urgestein: 1991 ist Christoph Chorherr (58) für die Ökopartei in den Gemeinderat eingezogen - jetzt kehrt er diesem den Rücken. Er wird in der Sitzung am Mittwoch seine Abschiedsrede im Plenum halten, wie der Grüne Rathausklub am Montag mitteilte.

"Irgendwann muss man loslassen", konstatierte Chorherr im vergangenen Herbst in jenem Video, in dem er seinen Abschied aus der Politik verkündete. Wobei: Ehrenamtlich werde er, falls man dies wünsche, der Partei erhalten bleiben, versprach er damals. Gleichzeitig verriet er, dass er sich künftig u.a. dem Backen von Bio-Brot widmen wolle.

Chorherr übte zahlreiche Funktionen bei den Grünen aus. In Wien fungierte er etwa als nicht amtsführender Stadtrat und als Klubobmann. Als Bundessprecher der Grünen musste er hingegen nach kurzer Zeit wieder den Hut nehmen. Chorherr übte viele Jahre lang die Funktion des Planungssprechers aus - wobei er mit der SPÖ zuletzt die neue Bauordnung ausverhandelte, die einen verpflichtenden Anteil von geförderten Wohnungen bei Neubauprojekten vorsieht.

Wechsel auch bei SPÖ

Wer Chorherr nachfolgt, ist noch offen. Die Grünen wollen erst am Freitag jene Person präsentieren, die den freiwerdenden Sitz im Stadtparlament einnimmt. Apropos freier Sitz: Bei der SPÖ hat die ehemalige Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger ihr Mandat zurückgelegt. Sie wurde zur Geschäftsführerin des Dachverbands der Wiener Sozialeinrichtungen bestellt. Ihr Nachfolger ist fix: Am Mittwoch wird der Margaretner Bezirksrat Stephan Auer-Stüger angelobt.

Inhaltlich wird die kommende Sitzung unter anderem im Zeichen der jüngsten Debatten um Lkw-Unfälle und der technischen Ausrüstung der Fahrzeuge - Stichwort Abbiegeassistent - stehen. Die Neos haben "Kinderleben retten - machen wir Wiens Schulwege sicher" als Thema für die Aktuelle Stunde gewählt.