Wien. Die Wiener Neos haben am Montag die Ergebnisse ihrer Befragung von Anrainern und Geschäftsleuten zur Neugestaltung der Praterstraße präsentiert. Um die ein Kilometer langen Strecke in eine Flanierstraße zu verwandeln, schlagen sie einen Zwei-Richtungs-Radweg auf lediglich einer Straßenseite, modernisierte "Grätzeltreffpunkte" sowie eine neue Fußgängerroute vor. Umgebaut wird ab 2020, wie bereits die grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger vergangene Woche angekündigt hatte.

Für den neuen Radweg sei eine Verkleinerung eines Fahrstreifens, wie von Lichtenegger vorgeschlagen, nach derzeitigen Erkenntnissen nicht notwendig, wie Neos-Bezirksrat Christian Moritz am Montag erklärte. Derzeit sind in der Praterstraße auf beiden Seiten Radwege vorhanden. Für die Bewertung eines nächtlichen Tempo-30-Limits wolle man die Umfrageergebnisse des Bezirks, die im Frühjahr präsentiert werden soll, noch abwarten.

300 Bürger befragt

Rund 300 Bürger wurden von den Neos online und auf der Straße befragt. "Die Praterstraße lädt derzeit kaum zum Verweilen ein", laute das Resumee. Um das zu ändern, schlägt man drei Spots als "Grätzeltreffpunkte" vor: die Öffnung und Erweiterung des seit 15 Jahren geschlossenen Therese-Krones-Parks, inklusive einer verkehrsberuhigten Begegnungszone im Bereich des Alliiertenhofs, eine weitere Begegnungszone mit mehr Sitzmöglichkeiten im Bereich Afrikanergasse/Rotensterngasse und die Vergrößerung der Grünfläche auf Höhe der Ferdinandstraße.

Um die Gegend auch für Touristen und Geschäftstreibende attraktiver zu machen, schlägt Neos-Verkehrssprecherin Bettina Emmerling eine Fußgängerroute mit Beschilderungskonzept für touristische Attraktionen vor. Zur besseren Querung und Barrierefreiheit der Straße sollen zudem Schwellen entfernt und Schutzwege errichtet werden. Gefordert wird zudem ein runder Tisch, um gemeinsam mit den Bezirksfraktionen, der Mobilitätsagentur, der MA46 (Verkehrsorganisation) sowie MA18 (Stadtentwicklung) und der Bevölkerung Vorschläge und Lösungen zu diskutieren.

Die Stadt und der 2. Bezirk gaben den Start des Planungsprozesses der Praterstraße als "Prachtboulevard" bereits vergangene Woche bekannt. Anlass ist die notwendige Sanierung der Achse zwischen Donaukanal und Praterstern. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Bürgerveranstaltungen und Untersuchungen rund um eine Attraktivierung der Praterstraße durchgeführt.

Auch seien bereits zahlreiche Wünsche an sie herangetragen worden, erklärte Lichtenegger. Als Beispiele nannte sie mehr Platz, mehr Sitzgelegenheiten, mehr Grün, bessere Querungsmöglichkeiten und weniger Konflikte mit dem Radverkehr. Und auch sie und ihre Stellvertreterin Astrid Rompolt (SPÖ) versicherten, dass es schon bei der Planung darum gehen werde, "möglichst viele Wünsche der hier lebenden Menschen in Einklang zu bringen und umzusetzen".