Wien. (rös/apa) Im Oktober hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) angekündigt, die Medienpolitik der Stadt Wien auf neue Beine zu stellen. Am Mittwoch war es nun soweit: Gemeinsam mit dem zuständigen Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) und der designierten grünen Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) präsentierte er die weitere Vorgehensweise bei der Inseratenvergabe - und ein vereinheitlichtes Design für alle Bereich der Stadt Wien. "Neuausrichtung der Stadtkommunikation" nennt sich das Maßnahmenbündel, das vom Presse- und Informationsdienst (PID) in den vergangenen Monaten mithilfe externer Experten ausgebrütet wurde.

Was die Vergabe von Inseraten betrifft, dürfte sich der bisher überdurchschnittlich von Einschaltungen verwöhnte Boulevard nicht mehr allzu große Sorgen machen müssen: Zwar werden laut Ludwig bei der Vergabe neben Reichweite und Auflage künftig auch die Zielgruppenorientierungen eine Rolle spielen. Allerdings wird der Rahmen dafür eine "Mediendiskursstudie" sein - und diese wird von der Stadt selbst durchgeführt.

An erster Stelle soll zudem das Interesse der Stadt stehen: "Welche Botschaft können wir in welchem Umfeld vermitteln?", fasste es Hebein zusammen. Dafür soll es eine Art Leitfaden geben, der eben auf Basis der bis Anfang Juni vorliegenden Studie erstellt werden soll. Kriterien für Schaltungen werden etwa sein, ob gewisse Zeitungen eher für Informations- oder für Unterhaltungszwecke gelesen werden. Anhand der Richtlinien will man dann die eigenen Informationen "effizient und zielgerichtet" platzieren.

Ludwig versprach, dass damit die Inseraten- und somit auch die Geldvergabe transparenter und nachvollziehbarer werde. Für die Medien werde es jedenfalls nicht mehr ausreichen, nur die Reichweite bekannt zu geben - sie müsse künftig auch belegt werden. Das Inseratenvolumen von 17,3 Millionen Euro bleibt dabei unverändert, wie betont wurde. "Ich gehe aber davon aus, dass sich einiges auf den digitalen Bereich verschieben wird", meinte der Bürgermeister.

Budgetvolumen ohne Tochterunternehmen

Nicht zuletzt auch deswegen, weil künftig digitale Medienprojekte verstärkt gefördert werden sollen. So kündigte Hanke eine entsprechende Aktion im Herbst an. Start-ups sollen dafür ebenso in Frage kommen wie große Verlagshäuser. Welche Kriterien erfüllt werden müssen, um Unterstützung zu erhalten, steht derzeit noch genauso wenig fest, wie die Höhe der Gesamtfördermittel.

In dem Budgetvolumen von 17,3 Millionen Euro sind jedenfalls die Etats der Tochterunternehmen wie Stadtwerke oder Holding nicht enthalten. Allein die im Umweltressort angesiedelten Wiener Stadtwerke, die Wien Energie, und die Wiener Linien geben jährlich noch zusätzlich etwa zwei Millionen Euro für Werbung aus. Die Wien Holding hat für Werbeaufträge und Medienkooperationen im Jahr 2018 hochgerechnet eine knappe Million Euro ausgegeben. Und die noch in Arbeit befindliche Inseratenrichtlinie wird nur für den Magistrat verbindlich sein. "Allerdings sollen sich die ausgelagerten Unternehmungen auch daran anlehnen", hieß es am Mittwoch.