Um zukunftsfit zu werden, müsste die Partei mit bisherigen Dogmen brechen. Etwa mit der Forderung einer 30-Stunden-Woche bei selbem Gehalt. Mehr Zeit für Familie und Freunde, mehr Freizeit, mehr Erholung für die Arbeitnehmer. "Die SPÖ muss aus dem Wachstumszwang raus", befindet Brand. "Sie stecken fest in ihrem Bild der traditionellen Verteilungslinke. Frei nach dem Motto: Hauptsache der Exportmotor läuft, Hauptsache die Wachstumsraten sind hoch. Hauptsache es wächst und alle kriegen immer mehr." Wie es zustande kommt, sei nebensächlich.

Tatsächlich beschloss die Partei die 30-Stunden-Woche in einem Leitantrag beim Bundesparteitag im Herbst. Seither war nichts mehr davon zu hören.

Doch auch vergangene Errungenschaften könnte die SPÖ in eine erfolgreiche Zukunft führen. Die steigenden Wohnungskosten in Städten können sich immer weniger Menschen leisten. Vor allem, wenn man aus dem Erwerbsleben ausscheidet. Wird die Pension für eine Wohnung reichen? Gibt es einen Ausweg aus der Altersarmut?

Als Hauptstadt der Sozialwohnungen könnte die Wiener SPÖ den Menschen diese Ängste nehmen. Was wäre notwendig, dass man bei Pensionsantritt Anspruch auf eine Gemeindewohnung hat, sofern das Geld für eine Miete nicht ausreicht?

Eine mutige Politik, wie vor 100 Jahren.