Wien. Der Wiener Stadtrechnungshof (Stadt-RH) hat sich nach 2013 noch einmal mit der - nun fehlgeschlagenen - Implementierung einer EDV-Applikation am AKH befasst. In einem am Donnerstag publizierten Bericht kritisierten die Prüfer eine unklare Preisgestaltung, unklare Projektinhalte und lange Verzögerungen. Das Projekt scheiterte und kostete dennoch 772.000 Euro.

Konkret ging es bei dem Vorhaben um die Realisierung eines Transfusionsmedizinischen Informationssystems am AKH, konkret an der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Nachdem die EDV-Applikationen völlig veraltet waren, wurde ab 2008 die Realisierung eines neuen Systems "TRAMIS" in die Wege geleitet.

Der Stadt-RH - damals hieß er noch Kontrollamt - hatte sich bereits 2013 mit dem EDV-System der Uni-Klinik auseinandergesetzt und eine rasche Realisierung der neuen Version urgiert. In weiterer Folge wurden Projektsitzungen abgehalten und Aufträge erteilt. Ein Lastenheft lag 2014 vor. Doch im Zuge der Umsetzung kam es zu immer wiederkehrenden Problemen mit jener Firma, die mit der Realisierung und Wartung des Projekts betraut worden war. Das Unternehmen präsentierte mehrmals neue Lösungsvorschläge, die aber seitens des AKH keine Zustimmung fand. Nach zahlreichen Terminüberschreitungen und Pönaledrohungen seitens des AKH bot die Firma eine einvernehmliche Vertragsauflösung, forderte aber rund 1,35 Millionen Euro für angefallene Leistungen. Auf das stieg das AKH nicht ein und forderte ihrerseits die Rückzahlung bereits getätigter Zahlungen bzw. Vertragsstrafen ein. Im Rahmen eines Mediationsverfahrens wurde der Vertrag im Sommer 2018 mit einem Vergleich aufgelöst. Für das letztendlich erfolglose Projekt sind dem AKH Kosten in der Höhe von rund 772.000 Euro entstanden - ohne neues EDV-System.