Die eigens eingesetzte Kommission zur Untersuchung des Vorfalls in der HTL Ottakring prüft voraussichtlich noch bis kommende Woche. Es geht darum, dass ein Lehrer einen Schüler nach einer Provokation durch diesen laut einem Handyvideo angespuckt haben soll und dieser hat den Lehrer vor mehreren Schülern gestoßen. Damit wird auch die endgültige Entscheidung, ob die von der Schulkonferenz beschlossene Suspendierung von sechs Schülern durchgeführt wird, bis kommende Woche dauern, wurde der "Wiener Zeitung" in der Wiener Bildungsdirektion erklärt.

Was den in den Vorfall involvierten Lehrer betrifft, gab es über diesen schon im Herbst des heurigen Schuljahres eine Meldung an die von Heinrich Himmer geführte Wiener Bildungsdirektion. Dort wurde auf Anfrage nicht nur bestätigt, dass eine Meldung betreffend der pädagogischen Fähigkeiten eingelangt ist, sondern dass daraufhin das Schulqualitätsmanagement - die früheren Schulinspektoren - mit einem Angebot aktiv geworden ist. Mehr wollte man aus Datenschutzgründen nicht verraten.

Schon publik geworden ist aber, dass es sich bei dem Lehrer um einen Quereinsteiger handelt, der einen Ein-Jahres-Vertrag erhalten hat. Dieser wäre wegen mangelnder pädagogischer Fähigkeiten vom Direktor der HTL Ottakring nicht verlängert worden.

In der HTL sind in einer Disziplinarkonferenz Sanktionen gegen involvierte Schüler am vergangenen Freitag beschlossen worden: sechs Ausschlüsse sowie zwei Ermahnungen. Allerdings handelt es sich dabei formal lediglich um einen Antrag, die Entscheidung darüber liegt bei der Wiener Bildungsdirektion.

Im Schnitt pro Land 20 Suspendierungen

Bildungsminister Heinz Faßmann hat in der ORF-Sendung "Im Zentrum" kritisiert, man habe schon im Herbst 2018 auf die Situation wegen des Lehrers reagieren können. Diesbezüglich wurde am Montag in der Bildungsdirektion auf das Angebot des Schulmanagements verwiesen.

Dass nun sechs Schüler auf einen Schlag suspendiert werden sollen, ist außergewöhnlich. Bisher habe es im Schnitt pro Bundesland 20 Suspendierungen je Schuljahr gegeben, heißt es im Bildungsressort.

In der Wiener Bildungsdirektion wird vor endgültigen Konsequenzen der Bericht der von Bildungsdirektor Himmer eingesetzten Kommission zu dem Vorfall abgewartet. In dieser Kommission ist auch ein Sektionschef des Bildungsressorts sowie ein Personalvertreter aus der Lehrergewerkschaft vertreten. Die Kommission soll sich ein umfassendes Bild der Vorgänge machen. Der Bericht der Kommission wird bis nächst Woche erwartet.

Die drei großen Elternverbände fordern nach den Berichten über den Schüler-Lehrer-Konflikt an der HTL in Wien-Ottakring die Schaffung niedrigschwelliger Ombudsstellen in ganz Österreich. Eltern müssten auch abseits der Bildungsdirektionen Rat und Hilfe finden können, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Verbände an Pflichtschulen und höheren Schulen sowie der katholischen Elternvereine.