Die sogenannten Smart-Wohnungen, ein Prestige-Projekt des ehemaligen Wohnbaustadtrates und jetzigen Bürgermeisters Michael Ludwig, geht in die nächste Etappe. "Zurzeit sind ein Drittel der Wohnungen als Smart-Wohnungen vorgesehen. In Zukunft soll jede zweite geförderte Wohnung in Wien als kostengünstige Smart-Wohnung errichtet werden.

Ich bin davon überzeugt, dass diese Neuerung ein wesentlicher Schritt ist", sagt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Gaal wird am 12. Juni einen entsprechenden Antrag in die Landesregierung einbringen, im Herbst soll die Reform auf Schiene sein. Darüber hinaus wird der Baukostenzuschuss bei Smart-Wohnungen erhöht.

Steigende Kosten und erhöhter Druck

"Der frei finanzierte Wohnbau hat einen enormen Druck auf den geförderten Wohnbau ausgeübt. 2014 hatten wir 10.000 Baubewilligungen, 2017 mit 21.000 Baubewilligungen doppelt so viele", erklärt Dietmar Teschl, Leiter der MA 50 – Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten.
Teschl: "Wir sind davon ausgegangen, dass eine Baukostenförderung von 1800 Euro pro Quadratmeter für günstige Mieten im Smart-Wohnungsbereich ausreicht. Vereinzelt haben wir festgestellt, dass die Baukosten auf bis zu 2150 Euro gestiegen sind. Die Neubauverordnung wird nun regeln, dass bis zu 250 Euro zusätzlich gefördert werden."

Projekte aus den Jahren 2016 bis 2018 werden mit 42 Millionen Baukostenzuschuss und mit bis zu 28 Millionen Landesdarlehen nachgefördert. Für den Zeitraum 2019 und 2020 stehen weitere 4000 Smart-Wohnungen am Plan. "Insgesamt handelt es sich um 9000 Wohnungen mit einem Fördervolumen von 135 Millionen Euro", rechnet Dietmar Teschl vor.

Die Finanzierung solle über zwei Schienen erfolgen. "Einerseits kommt uns die derzeitige Zinslage sehr entgegen. Wir ersparen uns zurzeit jährliche 15 bis 20 Millionen Euro an Zinsenzuschüsse. Zweitens ist das Potenzial der Mietkaufwohnungen nicht zu unterschätzen. Sehr viele Menschen nutzen das Angebot, ihre Wohnungen zu kaufen", sagt Teschl und beziffert die jährlichen Darlehensrückzahlungen mit 25 bis 30 Millionen Euro. "Im Mai 2019 waren es bereits 19 Millionen Euro. Wenn dieser Trend anhält, sehe ich kein Problem, die 135 Millionen Euro bis 2020 zu finanzieren."

Mit Gemeindewohnungen vergleichbar