Die richtige Größe für alle Lebenslagen

"Leistbares Wohnen ist nur die halbe Miete, das ist keine ganzheitliche Betrachtung", so Peer. Laut Peer entstehen in den neuen Stadtteilen vorwiegend Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 60 und 70 Quadratmeter, da diese am Markt gefragt wären. "Die Gefahr dabei ist, dass wir andere interessante Formate verlieren. Es ist ja nicht so, dass es in Wien nur Single-Haushalte oder Familien mit einem Kind gibt. Es gibt durchaus auch Großfamilien mit drei bis fünf Kinder, die in der Stadt schwer eine Wohnung finden", sagt er. Was wirklich bei den Smart-Wohnungen wichtig sei, sei die soziale Nachbarschaft. Die Stadt mache das gut, in dem die Wohnungsangebote mit räumlichen Zusatzangeboten wie Gemeinschafts- und Freiflächen unterstützt werden. "Die Frage ist, wie man die Implementierung begleitet, denn die soziale Durchmischung wird kein Selbstläufer, wenn man die Smart-Wohnungen so großflächig ausbaut."

Ein weiterer Aspekt, den Christian Peer von der Technischen Universität anspricht: "Wir haben in Wien einen ganz tollen Trend. Wir haben über Jahrzehnte hinweg beobachtet, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Person steigt und jetzt seit ein paar Jahren verringert sie sich. Das ist raumplanerisch und in ökologischer Hinsicht begrüßenswert. Der nächste Schritt ist, dass man sich die Frage stellen muss, wer zu dieser Flächenreduktion beiträgt? Da kann man schon den kritischen Stachel ansetzen. Sollen es jetzt Menschen sein, die am wenigsten Geld fürs Wohnen ausgeben können und auf noch kleineren Wohnraum wohnen müssen? Auch, die die es sich leisten können, sollten sich über ihren ökologischen Fußabdruck Gedanken machen."