Wien. Sie sind täglich im Einsatz, bei Krankentransporten oder Rettungseinsätzen: Nun steht fest, dass hunderte Mitarbeiter der Samariterorganisationen nicht nur rückwirkend mit 1. Februar in Wien und in den anderen Bundesländern rückwirkend ab Jänner eine Erhöhung der Gehälter um 3,2 Prozent erhalten. Es gibt auch eine weitere Abmachung: Vor allem wegen der besonderen physischen und psychischen Belastung in dieser Sparte haben Arbeitervertreter und Gewerkschaft einen zusätzlichen Urlaubstag vereinbart, der nach fünf Dienstjahren gewährt wird.

Für Michaela Guglberger, Fachreferentin in der Dienstleistungsgewerkschaft Vida, wird mit dem zusätzlichen Urlaubstag für die Rettungs- und zugehörigen Sanitätsberufe eine Maßnahme ähnlich wie auch in anderen Gesundheitsberufen umgesetzt. "Das ist ganz wichtig in diesen belasteten Berufen", sagt sie zur "Wiener Zeitung". Das sei "ein weiterer Schritt", um die Beschäftigten zu entlasten. Darüber hinaus sei es auch ein zusätzlicher Anreiz für Arbeitnehmer, die den Einstieg in den Job überlegen.

Die Gewerkschafterin weist darauf hin, dass es sich bei dem zusätzlich vereinbarten Urlaubstag um einen "Vorgriff auf die sechste Urlaubswoche" handle. Denn die Einführung einer sechsten Urlaubswoche für alle bleibt erklärtes Ziel des Gewerkschaftsbundes (ÖGB). Seit Herbst 2018 wird in allen Kollektivvertragsverhandlungen mit Zusatzvereinbarungen versucht, neben den Lohnsteigerungen mehr Urlaubstage für Arbeitnehmer auszuhandeln.

"Anspruchsvoller Beruf"

Gerald Fitz, Verhandler auf Arbeitgeberseite und Vorstandsvorsitzender der Berufsvereinigung der Rettungs- und Sanitätsberufe, hat Verständnis für diesen zusätzlichen Urlaubstag. Damit werde für die Freizeitgestaltung der Mitarbeiter im Rettungs- und Sanitätswesen etwas getan und weitere Erholung ermöglicht.

Fitz räumt ein, dass der Rettungs- und Sanitätsbereich "ein schwieriges Feld" sei. Schließlich sind in dieser Branche die finanziellen Möglichkeiten beschränkt. Neben zusätzlicher Erholung soll der Zusatzurlaubstag ein weiterer Anreiz sein, um für neues Personal attraktiver zu werden. Es handle sich um einen "sehr, sehr anspruchsvollen Beruf".

"Wir suchen immer gutes Personal", sagt Fitz. Derzeit sind allein in der Bundeshauptstadt gut 350 Mitarbeiter im Rettungs- und Sanitätsdienst für Menschen unterwegs und im Einsatz. Für Juli hat der Samariterbund beispielsweise dringend Rettungssanitäter in Voll- oder auch Teilzeitbeschäftigung gesucht. In Linz war sogar eine freie Stelle des Samariterbundes als Bereichsleiterin oder einen -leiter für den Rettungsdienst ausgeschrieben.