Wien. Wie berichtet, hat Vizebürgermeisterin und Klimaschutzstadträtin Birgit Hebein (Grüne) eine Klimaschutzkarte erstellen lassen, um zu sehen, wo Maßnahmen gegen Hitzeinseln umzusetzen sind. Die Karte soll zeigen, wo es am heißesten ist, wo es am wenigsten Grünraum gibt und wo die meisten Kinder und alten Menschen wohnen - also jene Personengruppen, die im Sommer am meisten unter der Hitze leiden. In Favoriten, Ottakring, Landstraße und Margareten leben der Studie zufolge 47.000 von der Hitze besonders stark Betroffene, also Kinder und ältere Menschen.

Die Hitzekarte soll nun der Stadt helfen, Maßnahmen auf die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerungsgruppen zuzuschneiden, wie die Vizebürgermeisterin betonte. Bereits morgen, Freitag, will Hebein die erste Maßnahme präsentieren, die aus den Daten der Hitzekarte abgeleitet wurde.

Externe Studie

Diese Hitzekarte wurde im Auftrag der Vizebürgermeisterin von einem tschechischen Start-up und der bei ihr ressortierenden MA 20 (Energieplanung) erstellt - obwohl es bereits mit der im Frühjahr 2018 präsentierten "Coin"-Studie sehr ähnliche Hitzekarten mit Prognosen bis zum Jahr 2100 von Wien gibt. "Coin" wurde bereits 2015 vom österreichischen Netzwerk der Klimaforschung "CCCA" unter Einbindung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie der Universität für Bodenkultur für ganz Österreich erstellt und im Frühjahr 2018 auf Wien heruntergebrochen präsentiert.

Datengrundlage für die "Coin"-Studie waren unter anderem Hitzetage, hitzebedingte Sterbefälle und Bevölkerungsentwicklung. Die stadtbezogene Studie wurde von der Wiener Klimaschutzkoordinatorin Christine Fohler-Norek in Auftrag gegeben.



Laut dem Büro von Hebein sind die Karten aber nicht miteinander vergleichbar, da bei "Coin" nicht auf die Altersverteilung in den Zielbezirken der Menschen eingegangen wird. "Die Datengrundlage für die aktuellen Hitzekarten sind satellitenbasierte Temperaturdaten der vergangenen fünf Jahre, Vegetations- und Wasserdaten (ebenfalls via Satellit Anm.) sowie die Bevölkerungsprognosedaten der Stadt Wien von 2014 bis 2024", hieß es am Mittwoch.

Aber weder Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), noch die bei ihr ressortierende MA 22 (Umweltschutzabteilung) wurden dabei eingebunden, obwohl die MA 22 über unzählige themenrelevante Daten verfügen würde - wie etwa das Grünraum-Monitoring der Stadt. Es gibt sogar einen eigens von der MA 22 ausgearbeiteten "Urban Heat Island-Strategieplan", der seit dem Jahr 2017 kontinuierlich umgesetzt wird.