Am Freitag wurde bei der 10-Jahresbilanz des Forum EPU (Forum Ein-Personen-Unternehmer) Kasia Greco als neue EPU-Beauftragte vorgestellt. "Ohne EPU wäre Wien wesentlich ärmer", sagt Greco bei einem gemeinsamen Hintergrundgespräch mit dem Wiener Standortanwalt Alexander Biach. Denn mittlerweile machen EPU mehr als die Hälfte der Betriebe aus und wachsen konstant: Von den 120.000 ansässigen Betrieben in der Hauptstadt gehen 65.000 auf das Konto der EPU – die meisten davon befinden sich im 3. und 12. Bezirk.

Ins Leben gerufen wurde das Forum EPU vor zehn Jahren von der Wiener Wirtschaftskammer – als eigene Anlaufstelle für Selbständige. Dort werden Service-, Fortbildungs- und Netzwerkangebote und Meetingräume angeboten. Die EPU brauchen laut Greco sowohl im administrativen als auch im finanziellen Bereich eine nachhaltige Entlastung.

 

47 Prozent Frauen

Greco selbst ist ebenfalls seit zehn Jahren Ein-Personen-Unternehmerin und soll nun als direkte Ansprechpartnerin für die durchschnittlich 46-jährigen EPU in Wien fungieren -  47 Prozent von ihnen sind übrigens Frauen.

Eines von Grecos Anliegen ist der Ausbau von Fortbildungsangeboten. Gerade im Bereich der Digitalisierung sollte es ihr zufolge mehr Workshops geben. Denn globale Vernetzung sei Grundvoraussetzung für alle Exportaktivitäten eines Unternehmens. 25 Prozent aller EPU betreiben immerhin bereits Export. Aber auch politische Forderungen stehen auf Grecos Agenda: steuerliche Begünstigungen für den Arbeitsplatz im Wohnverband und Erleichterungen beim Pkw-Vorsteuerabzug.
Weiters will sich die Experten auch verstärkt dem Thema Mehrfachversicherung widmen. 45 Prozent der Wiener EPU verdienen weniger als 30.000 Euro im Jahr. Lediglich acht Prozent machen einen Jahresumsatz von 200.000 Euro. Viele Selbständige müssen sich daher mit einem Angestelltenjob Geld dazuverdienen, das folglich mit der Bezahlung von zwei Krankenversicherungen (SVA und GKK) einhergeht.

Pflegekräfte größter EPU-Sektor

Laut Biach sind knapp ein Fünftel der EPU in der Personalbetreuung tätig, wovon der Großteil  im Pflegebereich angesiedelt ist. Die Pflegekräfte machen damit den größten EPU-Sektor aus. Aber auch der Bildungsbereich sei es, der in den nächsten Jahren gerade im Bereich Nachhilfe und Coaching massiv zunehmen werde, so Biach.