Der Rathausklub der Wiener FPÖ trifft sich kommende Woche zu einer Klubklausur in der St. Martins Therme in Frauenkichen im Burgenland. Der Hauptfokus wird dort eher nicht auf Wellness liegen - nachdem die Wiener Blauen zuletzt turbulente Zeiten erlebt haben. Zwar soll es auch um Inhalte gehen, notgedrungen wird man aber auch über die jüngere Vergangenheit reden.

Erörtert werden etwa Themen wie Sicherheit oder das Stadtbudget für 2020, wie eine Klubsprecherin der APA sagte. Doch auch die aktuelle interne Situation wird wohl zur Sprache kommen. Die vergangenen Monate standen im Zeichen der Ibiza- und Spesenaffäre. Die Wiener Partei verlor im Zuge der Turbulenzen immerhin ihre beiden Chefs. Heinz Christian Strache, der auch Obmann der Wiener Landesgruppe war, und der geschäftsführende Wiener Parteichef, Johann Gudenus, traten nach dem Bekanntwerden des Ibiza-Videos zurück.

Die Straches und die FPÖ

Als nicht sehr glücklich erwies sich auch die Entscheidung, Straches Frau Philippa auf die Landesliste für die Nationalratswahl zu setzen. Der Versuch, ihr den Einzug in den Nationalrat nach der Wahl zu verunmöglichen, scheiterte. Philippa Strache nahm das Mandat letztendlich an und ist seither wilde Abgeordnete.

Parteichef der Wiener Blauen ist inzwischen Dominik Nepp, wobei er noch im Rahmen eines Parteitags offiziell gewählt werden muss. Der findet jedoch erst kommendes Jahr statt. Auf der Klubtagung soll es nicht um Personalia gehen, wie versichert wird - wohl aber um die Finanzen. Denn die Wiener FPÖ prüft derzeit, ob es im Zusammenhang mit den Spesenabrechnungen von Ex-Parteichef Strache Unregelmäßigkeiten gegeben hat.

Laut der Sprecherin wurden zumindest im Klub noch keine verdächtigen Belege entdeckt. Auch in der Landespartei ist man dem Vernehmen nach diesbezüglich noch nicht fündig geworden.

Die Klausur findet am Dienstag und am Mittwoch statt. Die Sitzung ist nicht öffentlich, über die Ergebnisse der Tagung wird man jedoch am Mittwoch um 10.00 Uhr in einer Pressekonferenz informieren.(apa)