Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wollte am Rande einer Pressekonferenz am Dienstag keinen Zweifel daran lassen, dass in Wien im Herbst 2020 gewählt wird und nicht früher. "Ich sage, seit ich Bürgermeister bin, immer den selben Satz: Wir sind gewählt worden, um zu arbeiten. Und natürlich werde ich die Legislaturperiode ausschöpfen", betonte er vor Journalisten.
Man sei es in der österreichischen Innenpolitik offensichtlich gewohnt, dass aus wahltaktischen oder parteipolitischen Gründen oder persönlichen Motiven vorzeitig gewählt wird, meinte Ludwig weiter. Seit beschlossen wurde, die Legislaturperiode von vier auf fünf Jahren auszuweiten, habe das noch keine Regierung durchgehalten.

In Wien herrsche Kontinuität und Stabilität. Das sei im Bund nicht der Fall. "Von daher finde ich,  dass wir in Wien ein gutes Gegenmodell zu den vergangenen Bundesregierungen sind", so der Bürgermeister. "Ich arbeite gerne und wir haben  noch einiges vor", meine auch die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein.

"Bewundernswert, was im Journalismus alles möglich ist"

Angesprochen auf den "Wutbrief" der Sektion 20 in Ludwigs Heimatbezirk, in dem der Rücktritt von Pamela Rendi-Wagner gefordert wird, meinte Ludwig: "Wir haben 315 Sektionen, sage ich nur zur Relativierung dazu." Abgesehen davon stellte er die Echtheit des Briefes in Frage. Er kenne den Brief nur als namentlich nicht gekennzeichnetes Schreiben und als Absender stehe "Sektion 20" und eine gmx-Adresse. "Ich finde ja bewundernswert, was im Journalismus alles möglich ist", ätzte der Bürgermeister.

Und man könne ihn hundert Mal fragen und er würde ebenso oft sagen, dass man am Montag in den Gremiensitzungen nur über finanzielle Dinge und nicht über Personalfragen diskutiert habe.
Dass innerhalb der SPÖ Unmut herrscht, will Ludwig aber nicht in Abrede stellen - "nach so einem Wahlergebnis gibt es nie positive Stimmung, das ist aber keine Besonderheit der SPÖ. Dafür hat man aber umso mehr die Verantwortung, das Dinge konsequent weitergeführt werden."