Die Neos starten mit der Erstellung ihrer Liste für die heurige Wien-Wahl. Die Pinken setzen dabei auf möglichst große Beteiligung abseits des Parteiapparats und der Funktionärsriege. Deshalb können alle interessierten Bürger um ein Mandat im Gemeinderat oder in den Bezirksvertretung mitrittern, erläuterte Landesobmann Christoph Wiederkehr am Donnerstag.

"Jeder kann kandidieren", stellte Wiederkehr in einer Pressekonferenz klar. Notwendig ist dafür eine Online-Bewerbung, die ab sofort und bis zum 20. Februar (Gemeinderat und Landtag) beziehungsweise bis zum 27. Jänner (Bezirke) möglich ist. Wobei nicht alle automatisch im Listenrennen zugelassen werden, wie Landesgeschäftsführer Philipp Kern erklärte. Denn das Erweiterte Landesteam muss jedem Bewerber seinen Segen geben - als "Sicherheitsschranke", falls jemand "gar nicht zu Neos passt".

Keine Quoten

Die Reihung der Liste erfolgt auf Gemeinderats- und Landtagsebene nach einem Punktesystem. Ein Drittel des Stimmgewichts entfällt auf das Online-Voting, bei dem jeder registrierte Bürger mitmachen kann. Das zweite Drittel der Punkte vergeben das Erweiterte Landesteam und der Vorstand. Dieses "strategische Gremium" soll auch steuernd eingreifen, um eine Ausgewogenheit etwa hinsichtlich von Geschlecht, Herkunft oder beruflichem Background zu garantieren. Quoten oder ein Reißverschlusssystem seien in den Statuten nämlich nicht fix verankert, meinte Wiederkehr auf Nachfrage.

Gegenkandidat möglich, aber chancenlos

Das dritte Drittel an Punkten vergibt die Mitgliederversammlung dann am 28. März. Dort wird dann auch gleich die endgültige Reihung bekanntgegeben. Zur Disposition steht theoretisch auch der Spitzenkandidat. Teilnehmer des Mandatswettlaufs müssen allerdings bei ihrer Kandidatur bekanntgeben, ob sie sich für Platz eins oder eine Position dahinter aufstellen lassen. Als Listenerster gilt nichtsdestotrotz Partei- und Klubchef Wiederkehr als fix gesetzt. Sollte sich dennoch ein Gegenkandidat oder eine Gegenkandidatin finden, dürfte dessen oder deren Chance allerdings gegen Null gehen.

Für die Kandidatenlisten auf Bezirksebene gilt ein ähnliches Vorwahlsystem, das allerdings etwas straffer ausfällt. Diese Reihungen sollen ebenfalls bei der Mitgliederversammlung beschlossen werden.

 Die Neos zogen bei der Wien-Wahl 2015 mit fünf Mandaten bzw. 6,16 Prozent der Stimmen erstmals in den Gemeinderat und Landtag ein. Dazu sind sie in allen 23 Bezirksvertretungen präsent. Für die wohl im Herbst stattfindende Wahl will Wiederkehr jedenfalls zulegen, ohne heute jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Als thematische Schwerpunkte wollen die Rathaus-Pinken mit Bildung, Gesundheit und dem Kampf gegen die "ewige Freunderlwirtschaft" kämpfen.